Die Zeiten, in denen Strategien und Geschäftsmodelle über Jahrzehnte erfolgreich waren und lediglich ab und an geringfügig justiert werden mussten, sind, so Dopp, endgültig passé. „Die Konsumenten sind, und das gilt nicht nur für unsere Branche, entschieden unberechenbarer geworden.“ Dopp betonte: „2001 war ein Jahr des Umbruchs, der Konsolidierung und der Neuorientierung. Wir haben die Company inhaltlich wie qualitativ wesentlich verbessert.“ Seit November vergangenen Jahres habe man wieder diverse neue Mitarbeiter eingestellt und neue Stellen kreiert. Außerdem konnte das Unternehmen seinen Anteil an den Album-Charts von Januar bis April 2002 von 14,2 auf 18,6 Prozent und bei den Singles von 8,3 auf 10,8 Prozent steigern. „Gegen den Markttrend“ habe man sich positiv entwickelt: „Unser Umsatz steigerte sich im ersten Quartal im Vergleich zum letzten Jahr um 18 Prozent. Unseren Marktanteil haben wir von 13,3 auf 15 Prozent erhöht.“
Damit sei Warner Music, so Dopp, dem „Ziel, die Nummer zwei in Deutschland zu werden, schon ein schönes Stück näher gekommen“. Mit solch erfreulichen Zahlen und mit der Aussicht auf ein neues, modernes Domizil im Deichtorcenter, das man am 8. Juni beziehen will, lieferte Dopp den richtigen Motivationsschub für die Mitarbeiter des Unternehmens. Unter dem Motto „Home of the Stars“ informierten sie sich einen Tag lang über die kommende Produktvielfalt der Warner-Divisionen wea, eastwest und Strategic Marketing. Schon zum Einstieg der Tagung kündigte Bernd Dopp in seiner Rede „einen massiven Relaunch der DVD“ im Herbst an, der auch Titel von aktuellen Superstars umfassen soll. „Die Top-Priorität unter unseren strategischen Geschäftsfeldern sind für uns DVD Video und DVD Audio – zwei Konfigurationen, die sehr schnell miteinander verschmelzen werden.“
Hart ging Dopp mit den Computerzeitschriften ins Gericht: „Es ist ein Skandal, dass einige Printmedien, allen voran,ComputerBild“, öffentlich zum Raubkopieren auffordern und uns auf unverschämte Weise als maßlose Musikmanager diffamieren, die ihren Stars, trotz rückläufiger Umsätze, die Taschen mit Millionen vollstopfen.“ Das dürfe die Politik nicht länger ignorieren. „Wir brauchen mehr Unterstützung vor allem bei der Gesetzesänderung, die das Umgehen eines Kopierschutzes auf CDs verbietet. Man stelle sich vor, wie die Autoindustrie reagieren würde, wenn,AutoBild“ mit der Schlagzeile titeln würde:,Wegfahrsperren knacken – leicht gemacht. Wir zeigen Ihnen, wie“s wirklich geht“.“ Dennoch zeigte sich Dopp zuversichtlich. „Wir werden uns nicht in den Chor der Lamentierer einreihen“, meinte er. „Es gibt keine A&R-Krise. Es gibt vielleicht einige Unternehmen, die eine A&R-Krise haben – Warner Music gehört nicht dazu.“
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