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MoS steigt aus Indie-Bündnis aus

Nicht alle Independent-Firmen stellen sich hinter den Pakt, den ihr Verband Impala mit der Warner Music Group bezüglich einer Übernahme von EMI ausgehandelt hat. Das Label Ministry of Sound (MoS) trat als Konsequenz sogar aus dem britischen Verband AIM aus.

Nicht alle Independent-Firmen stellen sich hinter den Pakt, den ihr Verband Impala mit der Warner Music Group (WMG) bezüglich einer möglichen Übernahme von EMI ausgehandelt hat. Das Dance-Label Ministry of Sound (MoS) ist sogar so erbost über die Kooperation, dass es nun aus dem britischen Indieverband AIM ausgetreten ist.

Man sei vorab nicht einmal über die Duldung von Warners Übernahmeplänen informiert worden, beschwert sich MoS-Geschäftsführer Lohan Presencer. „Dieser Deal wäre absolut negativ für unsere Firma. Er würde uns das Leben im Markt erschweren, wir müssten noch mehr um Regalplätze kämpfen. Es würde für uns auch schwieriger, die Medien zu erreichen. Wir haben schon genug Probleme mit zwei Supermajors. Da brauchen wir nicht auch noch einen dritten.“

Die Zusage der WMG zur Unterstützung der Indie-Lizenzagentur Merlin und das Versprechen eines indie-freundlicheren Geschäftsgebarens seien nur leeres Gerede. „Das ist ja eine ehrenhafte Ankündigung, aber im Alltag wird so etwas kaum durchzusetzen sein. Und welche Möglichkeiten haben wir dann, um diese Zusagen einzufordern? Wir können es uns nicht leisten, jedesmal zu klagen, wenn eine der Konzessionen nicht erfüllt wird.“

MoS will sich daher künftig direkt an die EU-Kommission wenden, um seine Positionen zum Markt vorzutragen. Presencer forderte andere Firmen, die sich unangemessen repräsentiert fühlen, auf, sich MoS anzuschließen. Selbst die Gründung eines alternativen Indieverbands zieht Presencer in Erwägung. AIM-Chefin Alison Wenham erklärte zum MoS-Austritt, dass nicht jede Firma immer mit den Ansichten des Verbandes übereinstimmen wird. Jeder habe die Freiheit, abweichende Meinungen zu vertreten.

Obwohl er als Chef eines US-Labels gar kein Impala-Mitglied ist, echauffierte sich auch Tony Brummel von Victory Records über die Vereinbarung der europäischen Indies mit der WMG: Er finde es von Impala „extrem bizarr und scheinheilig“, auf der einen Seite eine Fusion von Warner und EMI zu befürworten und gleichzeitig gegen den Zusammenschluss zu Sony BMG und den Verkauf von BMG Music Publishing an Universal zu opponieren. „EMI und Warner sind die am wenigsten ‚indie-freundlichen‘ Majors in der Branche“, so Brummel. Die unabhängigen Firmen hätten nichts von diesem Deal. „Wer sich mit einem ‚Sugar Daddy‘ einlässt, verliert seine Unabhängigkeit.“

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