Recorded & Publishing

Monti lässt Microsoft und Time Warner schwitzen

Die EU-Wettbewerbshüter prüfen eine Mehrheitsbeteiligung der Konzerne Microsoft und Time Warner bei der Software-Firma ContentGuard. Zur Debatte steht, ob ein gemeinschaftlich eingesetztes DRM-System den digitalen Medienvertrieb monopolisieren kann.

Die EU-Wettbewerbshüter prüfen derzeit eine Mehrheitsbeteiligung der Konzerne Microsoft und Time Warner bei der Software-Firma ContentGuard. Zur Debatte steht, ob ein gemeinschaftlich entwickeltes und eingesetztes DRM-System den jungen Markt des digitalen Medienvertriebs monopolisieren kann. Microsoft und Time Warner gaben im April bekannt, dass sie gemeinsam den bisherigen Anteil von Xerox an ContentGuard übernehmen wollen. Beide schwiegen sich über den Preis aus, doch Xerox meldete im Zusammenhang mit dem Kauf Einnahmen von 83 Mio. Dollar. Die Software-Schmiede aus Bethesda im US-Bundesstaat Maryland arbeitet seit Monaten an einem neuartigen DRM-System, das bei der digitalen Übermittlung von Musik, Videos, Texten und Games zum Einsatz kommen kann. Beobachter gehen davon aus, dass dieses ContentGuard-DRM schon sehr bald Bestandteil neuer Windows-Versionen werden soll. Zusammen mit der Medienmacht Time Warners befürchten Kartellwächter und Konkurrenten eine zu dominante Position dieses Systems. Die EU-Kommission hat deshalb ihre Prüffrist in der ersten Phase bis zum 25. August verlängert. Bis dahin will das Team um Mario Monti entscheiden, ob es eine viermonatige vertiefte Prüfphase geben wird. Beide Unternehmen zeigten sich bereits zu Konzessionen bereit. Schließlich sind sie im Umgang mit der Monti-Truppe gebrannte Kinder: Time Warner wurde wiederholt untersagt, seine einstige Musiksparte Warner Music mit einem Mitbewerber zu verschmelzen. Und Microsoft wurde erst im März von der EU wegen Missbrauchs seiner Marktmarkt zu 497 Mio. Euro Strafe verdonnert.