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Mit Mobile Music aus der Defensive

Auf dem Mobile Entertainment Meeting 2004 eröffnete Ulrich Järkel, Senior Vice President BMG Media & Catalogue, die Runde der Referenten unter der Fragestellung „Mobile Music: Motor für die gesamte mobile Branche?“.

Auf demMobile Entertainment Meeting 2004 eröffnete Ulrich Järkel, Senior Vice President BMG Media & Catalogue, die Runde der Referenten unter der Fragestellung „Mobile Music: Motor für die gesamte mobile Branche?“. Für Järkel lautet die Antwort ganz eindeutig ja. So seien 2003 schon zehn Prozent bzw. 3,5 Mrd. Dollar des Gesamtweltmusikmarktes mit Klingeltönen erzielt worden. Die Dynamik des Marktes sei gerade auch im Bereich der Rechteauswertung enorm. Dennoch warnte er davor, in eine zweite „dotcom-Hysterie“ zu verfallen. „Wir sollten nicht den Fehler machen, Mobile Music als Rettungsboot der Titanic zu sehen. Wenn wir uns alle gleichzeitig auf das Boot stürzen, kann es nur untergehen“, so Järkel.

Dennoch stellte er fest, dass die enorme Präsenz, die das Thema derzeit auch in den Medien genießt und die große Aufmerksamkeit, die diesem jungen Geschäftsfeld überall entgegengebracht wird, der Musikbranche aus der Defensive verholfen habe. Järkels Prognose: „Mobile Business trägt zur Konsolidierung der Musikbranche bei.“ Zwar rechne man auch für 2004 mit einem deutlichen Minus, der Turnaround sei also noch nicht erreicht, aber der Umsatzrückgang flache deutlich ab. Für Järkel sind vor allem vier Faktoren für diese Entwicklung entscheidend: Die Verbesserung der DRM-Systeme, die Veränderung der juristischen Rahmenbedingungen zu Gunsten der Rechteinhaber, die Entwicklung neuer Technologien, die zum Beispiel zur Musik-DVD geführt haben und die Entstehung der neuen digitalen Vertriebswege.

Järkel geht davon aus, dass die weltweiten Umsätze mit Mobile Music die durch Commercial Downloads schon 2005 um ein dreifaches übertreffen werden. So rechnet BMG in einer hausinternen Prognose 2004 mit Gesamtumsätzen im deutschen Mobile-Music-Markt von 150 Mio. Euro, 2005 sollen es 170 Mio. sein. Ursächlich für den Boom sei auch in Deutschland die rasant wachsende Verbreitung von Handy, die hier zu Lande schon bei 78 Prozent liege. Große Erwartungen hat Järkel im Bereich Superdistribution: „Wenn es uns gelingt, das Tauschbörsenprinzip legal aufs Handy zu übertragen, dann ist das the bright new future!“

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