Für die australische Antipiraterieorganisation MIPI (Music Industry Piracy Investigation) ist inzwischen geklärt, wer die tatsächlichen Drahtzieher hinter Sharman Networks und KaZaA sind. Nach monatelanger Überwachung der Sharman-Geschäftsführerin Nikki Hemming sei man davon überzeugt, dass Hemming selbst und Altnet-CEO Kevin Bermeister die Eigentümer sind. Im immer noch andauernden Prozess gegen Sharman und Altnet wurden bislang keine Angaben zu den Besitzverhältnissen des KaZaA-Vertriebs gemacht. Das Unternehmen sitzt offiziell im südpazifischen Inselstaat Vanuatu und unterhält Büros in Australien.
Wem Sharman tatsächlich gehört und wer somit für begangene Urheberrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden kann, gilt bislang als unklar, da Informationen über Privatfirmen auf Vanuatu absoluten Schutz genießen. Der scheidende MIPI-Chef Michael Speck sagte kürzlich vor Gericht aus, man sei nach den Ermittlungen der letzten Monate zu dem Schluss gelangt, dass Hemming entgegen aller anderslautender Aussagen selbst die Kontrolle über die Firmen Sharman Networks und Sharman License Holdings hat. Kevin Bermeister hingegen, CEO des P2P-Vertriebs Altnet, ist laut Speck der Verantwortliche hinter der Software KaZaA. Altnet ist ein Tochterunternehmen der Brilliant Digital Entertainment (BDE) und nutzt mit dem FastTrack-Netz dieselbe Filesharing-Technologie wie KaZaA. Allerdings positioniert sich die Firma als legaler Filesharingvertrieb.
Altnet hat mit verschiedenen Independentlabels wie z.B. Koch, V2, Artemis, Epitaph/Anti oder Side One Dummy Vertriebsdeals abgeschlossen. Die überwiegende Mehrheit des über Altnet getauschten Materials ist indes von den Urhebern nicht zum Tausch freigegeben. Zudem unterhalten BDE und Altnet mit Sharman Networks seit Jahren Gegenseitigkeitsabkommen. Sharman und Altnet hatten in der Vergangenheit immer wieder abgestritten, direkten Einfluss auf KaZaA zu haben. Die MIPI will nun versuchen, Hemming ab dem 8. Juni vor Gericht ins Kreuzverhör zu nehmen.






