“Milliardär übernimmt Münchner Traditionskaufhaus“ schreibt die „Süddeutsche Zeitung“, „Machtwechsel am Marienplatz: Milliardär sichert sich Mehrheit am Kaufhaus Beck in München“, meldet die „tz“, und die Ludwig Beck AG bestätigt den Vorgang auf ihren Unternehmensseiten recht nüchtern: Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Christian Greiner, und die Intro-Verwaltungsgesellschaft des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl hätten ihre Beteiligungen in Höhe von gut 26 Prozent beziehungsweise gut 25 Prozent an der Ludwig Beck AG an Alfons Doblinger verkauft. Doblinger stieg bereits 2020 bei Beck ein und soll zuvor rund 25 Prozent an dem Unternehmen gehalten haben.
Alfons Doblinger sei damit neuer Mehrheitsaktionär der Gesellschaft und halte „nach Kartellfreigabe“ laut Unternehmensangaben „unmittelbar und mittelbar“ rund 77 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte an der Gesellschaft, heißt es aus München.
Bei der „SZ“ und der „tz“ taxiert man das Vermögen Doblingers auf ein bis zwei Milliarden Euro, der 82 Jahre alte Unternehmer soll „unter anderem maßgebliche Anteile des mehr als 3000 Quadratmeter großen Areals des Galeria-Kaufhof-Gebäudes am Marienplatz besitzen“. Unklar bleibt zunächst, welche strategischen Ziele der neue Mehrheitsgesellschafter bei Ludwig Beck verfolgt. Es dürfte dabei aber eher um das Grundstück als um die Musik gehen.
Im Herbst 1988 rief Ludwig Beck in München seine Musikabteilung ins Leben. Zunächst konzentrierte man sich auf klassische Musik, weitere Bereiche folgten, ebenso wie drei Echo-Auszeichnungen als Handelspartner. 2008 investierte das Unternehmen rund 2,5 Millionen Euro in die Neugestaltung des Musikgeschäfts, das damals auf zunächst 1000 Quadratmeter im fünften Stock des Hauses erweitert wurde. Auf der Event-Bühne sind immer wieder Stars und aufstrebende Künstler:innen zu Gast, auf einer Bandbreite von Jonas Kaufmann bis Anastasia Kobekina.







