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MidemNet-Diskutanten preisen Abodienste

Einige Meinungsführer in Sachen digitaler Musikvertrieb versuchten die Besucher der diesjährigen MidemNet von den Vorzügen des Geschäftsmodells Musikabo zu überzeugen.

Einige wichtige Meinungsführer im Bereich des digitalen Musikvertriebs versuchten die Besucher der diesjährigen MidemNet von den Vorzügen des Geschäftsmodells Musikabo zu überzeugen. Das zentrale Argument beim Sonderkongress der Musikmesse in Cannes: Mit Subskriptionsdiensten könne man im Gegensatz zu Individualdownloads auch Geld verdienen. „Musikdownloads sind ein altmodisches Geschäftsmodell, den Abonnementdiensten gehört die Zukunft“, gab sich Brad Duea überzeugt. Als President und zweiter Mann bei Napster nutzte er zusammen mit seinem Chef Chris Gorog, dem Chairman & CEO des Unternehmens, und der Neuverpflichtung Thorsten Schliesche, General Manager von Napster Germany, den Branchentreff in Südfrankreich, um die Werbetrommel für den bevorstehenden Deutschlandstart von Napster rühren.

„Mit dem Abomodell bindet man Kunden langfristig und hat eine sichere Einnahmequelle“, so Duea. Genauso sieht das auch Dan Sheeran, Senior Vice President International Operations bei RealNetworks. Die Subskriptionsangebote seines Unternehmens hätten in den USA bereits vier Mio. zahlende Kunden. „Wir können damit profitabel arbeiten.“ Mit dem Verkauf einzelner Downloads sei dies indes nicht möglich. Die Gewinnmarge beim Abo-Modell liegt nach Angaben von Chris Gorog dagegen bei etwa 40 Prozent. Dem stimmte auch Thomas Hesse zu: „Mit den derzeit üblichen 99 Cents pro Song kann keiner von uns Geld verdienen“, wies der bei Sony BMG als President für die Abteilung Global Digital Business zuständige Manager auf ein in der Branche seit langem diskutiertes Problem hin.

Der Durchbruch wird den Aboangeboten nach Ansicht von Experten allerdings erst dann gelingen, wenn die Kunden ihre Musik auch auf tragbare Geräte überspielen können. Bislang ist dies nur bei dem Angebot Napster To Go möglich, das sich auf das Microsoft-DRM Janus stützt. Jedoch ist die Anzahl der damit kompatiblen Player derzeit noch gering. Mit der Markteinführung von Mobiltelefonen, die sich als janustauglicher Player wie auch für Realtone-Downloads nutzen lassen, erhoffen sich Napster, RealNetworks & Co. zusätzliches Wachstum. Duea hält diese 3G-Handys für eine „Killerapplikation“; ähnlich äußerte sich Leslie Golding, Head of Content and Alliances bei M2Y-Siemens: „Das Handy ist das Abspielgerät der Zukunft. Auf den neuen Mobiltelefonen kann man bis zu 1000 Songs speichern.“

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