Recorded & Publishing

Midem: Bundesverband rechnet mit zehn Prozent Minus

Die 37. Midem widmet den 21. Januar der deutschen Tonträgerbranche. An diesem Tag sollen die Probleme wie auch die Chancen des Markts im Mittelpunkt stehen. Vor diesem Hintergrund präsentiert musikwoche.de einen Überblick über den deutschen Markt, der laut Bundesverband Phono 2002 um rund zehn Prozent schrumpfte.

Die deutsche Tonträgerindustrie konnte aller Voraussicht nach das Absatzminus der ersten sechs Monate in der zweiten Jahreshälfte 2002 nicht aufholen: „Wir hatten im ersten Halbjahr ein negatives Ergebnis in Höhe von 10,2 Prozent, dieser Trend hat sich fortgesetzt“, erklärte kürzlich Dr. Hartmut Spiesecke als Sprecher der deutschen Phonoverbände schon vor Bekanntgabe der endgültigen Jahreszahlen, die für Ende Februar zu erwarten ist. Diesen Trend bestätigt auch eine . Damit verzeichnet der Markt im fünften Jahr in Folge Rückgänge nach Umsätzen und nach Stückzahlen und gab nach Umsätzen um mehr als 20 Prozent nach. Allerdings scheint sich der Abschwung im Vergleich zum Jahr 2001 abzuschwächen. EMI-Chef Udo Lange führt dies auf erste Erfolge der bereits eingeführten Kopierschutzmaßnahmen zurück. Für das neue Jahr rechnen die Entscheider der Branche zwar weiterhin mit einem Minus, allerdings soll es nach derzeitigen Schätzungen geringer als im abgelaufenen Jahr ausfallen. Bei den Plattenfirmen führt Universal Music nach Charts-Anteilen im Longplay-Segment den Markt seit fünf Jahren an. Es folgen EMI Recorded Music, Sony Music, Warner Music und BMG GSA. Hinter den Majors auf Rang sechs vervierfachte SPV seine Charts-Anteile im Longplay-Segment binnen eines Jahres und zog damit an Wettbewerbern wie edel, Zomba und Connected vorbei. Eine genaue Analyse nach Marktanteilen aller verkauften Produkte veröffentlicht der Bundesverband Phono nicht. Bei schrumpfenden CD-Verkäufen gewinnt die Musik-DVD weiter an Bedeutung: Allein im Halbjahresvergleich 2001/ 2002 wuchsen die Umsätze mit diesem Format um 75 Prozent, die Zahl der verkauften Exemplare stieg um 69 Prozent. Zum Ende des dritten Quartals summierte sich das Umsatzplus im Jahresvergleich gar auf 85 Prozent. Die rückläufigen Verkäufe im Tonträgergeschäft resultieren nach Ansicht der Branche zu großen Teilen aus der CD-Piraterie: Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der verkauften CD-Rohlinge in Deutschland etwa verdreifacht und im Jahr 2001 erstmals die der regulären CD-Alben überstiegen. Gleichzeitig haben im Handel die Elektromärkte die Oberhand gewonnen: Allein die Media-Saturn--Gruppe verkauft heute bundesweit etwa jede vierte CD.