Der ehemalige Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff wollte ursprünglich mit Bertelsmann-Anteilen bezahlen. Er scheiterte jedoch mit diesem Plan an der Familie Mohn. Das erklärte Middelhoff in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Ausgabe vom 2. August). „Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten Clive Calder [Zomba-Gründer] mit Aktien der Bertelsmann AG bezahlt“, sagte Middelhoff. „Das hätte bei uns keine Schuldenaufnahme erforderlich gemacht, wir wären – gerade in diesen Tagen – strategisch handlungsfähig geblieben.“ Der Zomba-Chef war angeblich bereit, sich mit den Aktien bezahlen zu lassen – nur stellten sich die Altgesellschafter gegen diesen Plan. Sowohl die Familie Mohn als auch die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft beharrten auf einem Festhalten an der Strategie, 75 Prozent der Anteile und 75,1 Prozent der Stimmrechte bei sich zu halten. Das kollidierte mit Middelhoffs Vorhaben, den Altgesellschafter-Anteil auf 50,1 Prozent zu reduzieren und sich mittels Börsengang auf dem Kapitalmarkt mit Geld für globale Expansion einzudecken. Statt dessen musste Bertelsmann drei Milliarden Dollar in bar für Zomba aufbringen („schrecklich viel Geld“), weil Verträge aus den Jahren 1991 und 1996 den Konzern zu diesem Preis verpflichteten. „Wer davon spricht, ich hätte zuviel Geld ausgegeben, redet Unsinn. Nie im Leben hätte ich das freiwillig getan“, so Middelhoff.
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