Recorded & Publishing

Microsoft will Musikbranche zu Standardkopierschutz überreden

Microsoft möchte offenbar bei künftigen Generationen von CD-Kopierschutzsystemen ein Wörtchen mitreden. Der Computer-Riese will die Musikbranche auf einen einheitlichen Standard einschwören, den die Entwickler von Microsoft diktieren würden.

Microsoft möchte offenbar bei künftigen Generationen von CD-Kopierschutzsystemen ein Wörtchen mitreden. Britischen Medienberichten zufolge, will der Computer-Riese die Musikbranche auf einen einheitlichen Standard einschwören, den die Entwickler von Microsofts neuem Betriebssystem Longhorn diktieren würden. Das gehe aus einer Korrespondenz zwischen den EMI-Chefs Alain Lévy und David Munns mit Tommy-Boy-Macher Tom Silverman hervor, so der britische Branchendienst musically.com. Lévy und Munns hätten Silverman gebeten, das Ansinnen von Microsoft in die Indie-Kreise zu tragen, um dort einen Konsens zur Kopierschutzfrage zu erzielen. Longhorn, das Betriebssystem, das auf XP folgen soll und dessen Start Microsoft bereits wiederholt verschieben musste, soll demnach eine übergreifende Kopierschutz-Plattform für die gesamte Branche werden. Plattenfirmen erhielten dann künftig von Microsoft Instruktionen über die Spezifikationen, die der jeweilige Kopierschutz einer CD erfüllen muss, um mit Longhorn kompatibel zu sein. So wünscht sich Microsoft angeblich, dass diese CDs immer Bonusmaterial enthalten, um gegenüber Musikkunden den Einsatz von DRM-Systemen rechtfertigen zu können. Dem Vernehmen nach soll das Longhorn-DRM den Nutzern die Möglichkeit geben, beim Speichern der CD auf den PC ein bevorzugtes Dateiformat auszuwählen. Ob dann auch AAC, das Format bei Apples iTunes, dazu zählen wird, darf zum jetzigen Zeitpunkt bezweifelt werden. Allem Anschein nach will Microsoft bereits bis zum 20. September unter allen relevanten Plattenfirmen Einigkeit in dieser Frage erzielt haben. Die Anfrage aus Seattle scheint aber erst Ende August an die Labels gegangen zu sein.