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Microsoft stößt bei Apple auf taube Ohren

Der Downloadshop von Microsoft soll am 2. September in Betrieb gehen. Als Besitzer eines iPods wird man dort jedoch nicht glücklich – obwohl Microsoft wiederholt bei Apple angefragt hatte, ob man sich zum Start des MSN Music Store auf eine Kompatibilität einigen könnte.

Der in der Branche lang erwartete Downloadshop von Microsoft soll am 2. September in Betrieb gehen. Als Besitzer eines iPods wird man dort jedoch nicht glücklich – obwohl Microsoft wiederholt bei Apple angefragt hatte, ob man sich zum Start des MSN Music Store auf eine Kompatibilität einigen könnte. Doch Apple, Marktführer im Player-Bereich und im Download-Verkauf, wies die Annäherungsversuche des Erzrivalen zurück. Das berichtet das US-Magazin „Rolling Stone“ unter Berufung auf ungenannte Quellen. Zur Eröffnung des MSN Music Store soll laut derselben Quelle ein Katalog von 600.000 bis 700.000 Titeln bereit stehen, innerhalb von wenigen Monaten soll der Bestand auf eine Mio. Songs wachsen. Entgegen anders lautender Spekulationen wird allerdings auch Microsoft keine Beatles-Tracks anbieten können. Dem Vernehmen nach verlangt das Management der Rechteinhaber einen zweistelligen Millionenbetrag für eine langfristige Vertriebsvereinbarung. Das Magazin berichtet zudem von einer möglichen Kopplung des MSN Music Store an künftige Windows-Versionen. Damit wären PCs, auf denen das Microsoft-Betriebssystem installiert ist, mit einem Zugang in den Musikladen ausgerüstet. Bei den Herstellern der kompatiblen Player sorgt das für große Zuversicht: „Jeder neue Store, der Musik verkauft, die man mit unseren Playern abspielen kann, ist großartig für uns“, frohlockt Gary Byrd, Sprecher von iRiver. Auch die Musikindustrie hegt große Hoffnungen. So prophezeit zum Beispiel Ted Cohen, der bei EMI weltweit für den digitalen Vertrieb zuständig ist und den Shop bereits kennt, dass der MSN Music Store „die bessere Mausefalle“ sein wird, da er die MS-Suchfunktion und den MS Instant Messanger einbezieht. „Das wird schon sehr bald ein ernstzunehmender Wettbewerber sein.“

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