Die gütliche und millionenschwere Einigung zwischen Microsoft und RealNetworks dürfte mittelfristig Auswirkungen auf die Musikvertriebspläne des Softwareriesen haben. Durch den in der Schlichtung beinhalteten 18-monatigen Kooperationsvertrag bei Musik und Games kann sich Microsoft vorerst sein eigenes Musikabonnement sparen. Fast 40 Prozent der 761 Mio. Dollar teuren Einigung sind für die Promotion und den Vertrieb der Musik- und Games-Produkte im RealNetworks-Portfolio vorgesehen.
Das wird zur Folge haben, dass das Rhapsody-Angebot für die kommenden anderthalb Jahre über die Seiten von MSN Music und über die Suche MSN Search beworben werden. Zudem wird die nächste Version der Chatsoftware MSN Messenger Links zu Rhapsody aufweisen und es Abonnenten ermöglichen, ihre Playlisten per IM auszutauschen. Die neuen Funktionalitäten und Vernetzungen zwischen den beiden Angeboten sollen bis Mitte 2006 nach und nach vollständig umgesetzt werden.
Diese Art der Kooperation könnte einer der Gründe sein, warum Microsoft Ende September die Lizenzverhandlungen mit den Majorlabels beendet hatte. Medienberichten zufolge waren die Rechteinhaber nicht bereit, auf das ihrer Ansicht nach zu niedrige Angebot von Microsoft einzugehen. Im Lichte des Vergleichs mit RealNetworks könnte dies aber auch ein geschickter Schachzug von Bill Gates gewesen sein, weil er wusste, dass die Zeit nicht drängt. Microsoft betonte jedoch, dass die Zusammenarbeit mit Real nicht exklusiv sei und man durchaus zu einem späteren Zeitpunkt sein Musikabo noch starten könnte.





