Als Apple-CEO Steve Jobs vor zwei Monaten in einem offenen Brief zur Abkehr von DRM-Systemen aufforderte, kam von Microsoft nur höhnende Kritik. Nachdem EMI den Sprung zu offenen Formaten wagt, kommen plötzlich andere Töne aus Redmond. Für den Zune soll es künftig auch DRM-freie Ware geben.
Die Forderung nach ungeschützten Downloadverkäufen sei „unverantwortlich, oder zumindest naiv“, erklärte der für die Zune-Plattform zuständige Marketingchef Jason Reindorp Anfang Februar. „Da sitzt er oben auf seinem Hügel und gibt Erklärungen ab, während wir hier im Tal versuchen, in Zusammenarbeit mit der Branche etwas zu erreichen“, so Reindorp damals über Jobs. DRM sei schließlich unabdingbar, wenn man Geschäftsmodelle wie Musikabos etablieren wolle.
Inzwischen klingt Reindorp anders: „Wir haben schon seit einiger Zeit gesagt, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass die Kunden ungeschützte Inhalte wollen.“ Die Entscheidung der EMI Group zum Verzicht auf DRM öffne den Markt „ein klein wenig“ und zwinge Anbieter zur Innovation.
Für Microsoft sieht der Zwang so aus: Im Zune Marketplace soll es auf absehbare Zeit Downloads ohne Kopierschutz geben – von EMI und anderen Rechteinhabern. Einen Zeitplan zur Einführung der DRM-freien Musik nannte Reindorp allerdings nicht.





