musikwoche.de: Wird „30 Jahre Lustige Musikanten“ für Sie eine Show wie jede andere?
Michael Hartl: Sicher fiebere ich dieser Sendung besonders entgegen. Schon deshalb, weil einige frühere Moderatoren dabei sein werden. Die haben die Sendung über die Jahre begleitet und wahre Pionierarbeit geleistet. Das Wiedersehen mit vielen Kollegen hat mich sehr gefreut – und wir bieten ein riesiges Programm, das einzigartig ist. Nicht nur volkstümliche Musik, sondern auch Schlager-Acts wie die Paldauer oder Die Flippers. Da ergibt sich wirklich ein breites Spektrum.
mw: Das Sie auch in der 30-Jahres-Show darstellen wollen?
Hartl: Sicher. Nur leider ist es ja so mit der Volksmusik: Keiner schaut“s an, aber jeder weiß Bescheid. Die Leute behaupten: Die Musik höre ich nicht, den Sender schaue ich nicht. Und dann kennt doch jeder die „Lustigen Musikanten“. Die Menschen lieben diese Musik, aber man darf es nicht zugeben, weil es nicht „in“ ist. Aber vielleicht ändert sich das ja wieder.
mw: Immerhin sehen jedes Mal fünf Millionen Zuschauer die Sendung.
Hartl: An einem Donnerstagabend mit einer einstündigen Sendung 21 Prozent Marktanteil zu erreichen ist eine Leistung. Darüber sind wir sehr glücklich. Und die Jubiläumssendung wird an einem Sonntag ausgestrahlt und dauert 105 Minuten. Das wird natürlich ein Rückblick, aber auch eine Vorausschau auf das, was in Zukunft passiert.
mw: Erhoffen Sie sich einen großen Promotioneffekt von der Sendung?
Hartl: Das sicherlich. Aber es ist heute schwieriger, weil es die Repertoire-Pflege wie vor 15 oder 20 Jahren nicht mehr gibt. Früher wurde ein Titel auf allen Sendern immer wieder gespielt und hatte Zeit, sich im Ohr zu manifestieren. Wenn ein Titel in 20 oder 30 Sendungen unterschiedlichster Couleur gespielt wird, dann bleibt er auch so hängen, dass die Leute sagen: Den möchte ich mir kaufen. Mit ein-, zweimal hintereinander wie heutzutage üblich ist es nicht getan.





