Eine gute Stunde nahmen sich die zahlreichen nationalen und internationalen Redner Zeit, die Popkomm 2005 zu eröffnen. Dabei stand die wirtschaftliche Trendumkehr im Musikgeschäft ebenso im Fokus, wie die Erfolge heimischer Acts und Themen des Urheberrechts.
So hielt Wirtschaftsminister Wolfgang Clement einen Rückblick auf die Geschichte der Popkomm: Er sei bereits bei der Gründung der Messe vor 17 Jahren mit dabeigewesen und könne nun an der Entwicklung bis heute genau ablesen, wie eine Branche auf die Herausforderungen der Globalisierung reagieren könne und wer zu den Gewinner oder Verlierern dieser Entwicklung zählt. „Niemand kann erwarten, dass wir auch im Musikgeschäft Exportweltmeister werden“, sagte der Bundeswirtschaftsminister, mahnte aber zugleich Nachholbedarf im Vergleich zu manchen europäischen Nachbarn an.
An Verbändechef Gerd Gebhardt zumindest lag es nicht, dass der von MTV-VJ Patrice moderierte Eröffnungsteil zum Redemarathon geriet: Gebhardt fasste sein vorbereitetes Skript auf eine schnelle Begrüßung zusammen und leistete damit den kürzesten aller Redebeiträge. Dabei ließ er Themen des Bundesverbands wie den zweiten Korb zur Urheberrechtsnovelle und die Diskussion um Leistungsschutzrechte beiseite.
Der „viel diskutierte zweite Korb der Urheberrechtsnovelle ist der vorgezogenen Neuwahl zum Opfer gefallen“, hätte Gebhardt sagen wollen. Dies sei ein Beispiel dafür, wie jahrelange Verzögerungen einer Branche wie in diesem Fall der Musikwirtschaft konkret schaden könnten. Allerdings sei es um den Gesetzentwurf in seiner letzten Form nicht besonders schade, da er „die für die Tonträgerwirtschaft wichtigsten Themen nicht berücksichtigte“.
Außerdem hätte Gebhardt eine Verlängerung der in Deutschland geltenden Schutzfristen für Musikaufnahmen fordern wollen. Diese seien z.B. in den USA deutlich länger. Die Phonowirtschaft erwarte, dass sich die Politik dieses Themas annehme.






