Recorded & Publishing

mem04: Stein macht Preismodelle klein

Das Eröffnungspanel des Branchenforums mem04 lebte von der Präsenz Thomas M. Steins: Der frühere BMG-Macher griff in die Diskussion um Preise für CDs und Downloads ein. Das dreistufige BMG-Modell habe keine Zukunft, die Preise für Downloads würden sich halbieren.

Das Eröffnungspanel des Branchenforums mem04 am 12. August unter dem Motto „Crossover Troubled Water“ lebte von der Präsenz Thomas M. Stein: Während sich Teile der Runde am Kölner Tanzbrunnen etwa um die vielfach wiederholte Frage drehten, was die Musikbranche denn nun in Sachen Internet verschlafen habe, griff der frühere BMG-Macher mit markigen Worten in die Diskussion um Preise für CDs und Track-Downloads ein: „Ich halte es für ausgemachten Blödsinn, ein Produkt zu drei verschiedenen Preisen anzubieten“, erklärte Stein. Zu seiner Zeit bei BMG hatte er noch einen Preis von 50 Mark pro CD gefordert, den aktuellen Differenzierungen zwischen Basis- und Luxusprodukt gibt er dagegen keine Zukunft. Der angekündigte Testlauf BMGs werde wohl keine Forstsetzung finden, vor allem, da der Handel angesichts knapper Margen nicht mitspielen werde: „Ich hätte es als konsequent empfunden, wenn man alle Produkte für 9,99 Euro angeboten hätte.“ Auch bei Track-Downloads rechnet Stein mit einem Preissturz: „Ich bin davon überzeugt, dass bei Downloads ein Preis von 39 bis 49 Cent pro Track kommen wird“, meinte Stein. Diese Schätzung unterstütze auch Anwalt Helge Sasse: Es laufe alles auf eine Preisreduktion hinaus. „Wir haben in Deutschland für Musik einfach keinen funktionierenden Markt mehr“, klagte Sasse, der zudem die Rolle Apples im Downloadgeschäft kritisch beleuchtete: Der Computerhersteller würde mit Margen arbeiten, die andere Player nicht halten könnten. Stein nutzte die Kölner Bühne zudem, um auch die Ambitionen der Berliner Popkomm in Frage zu stellen: „Ob die Popkomm ein Erfolg wird, dass wollen wir doch erst mal sehen.“ Neben Stein und Sasse nahmen auch Zukunftsforscher Ossi Urchs, der ehemalige Kabel-Deutschland-Manager Michael Westhoven und WDR-Mann Michael Loeb an der Runde teil.