Insgesamt 13 Panels mit rund 60 Diskutanten bilden den Rahmen des Kongresses Music, Entertainment & Media (mem), den die Organisatoren unter das Motto „Don’t cry, work“ – „Nicht heulen, arbeiten“ – gestellt haben. Das Musik-Business und das Entertainment-Business im weiteren Sinne hätten sich „grundlegend gewandelt“, führt Oliver Kuhrt, Geschäftsführer der KölnMesse, aus: „Auf der einen Seite ist der Absatz der Tonträgerindustrie dramatisch eingebrochen, auf der anderen Seite sind neue Geschäftsfelder entstanden: Mit Handyspielen, Klingeltönen und Logos werden bereits Milliardenumsätze erzielt.“ mem 04, zu dem rund 1000 Teilnehmer in der Rheinmetropole erwartet werden, solle eine Plattform für alle bieten, „die sich mit der Entwicklung und Vermarktung von Sound und digitalem Content“ beschäftigen, so Kuhrt.
Die Kölnmesse tritt als Veranstalter des mem-Kongresses auf, bei der Organisation wirken die Macher des c/o-pop-Festivals mit. Mitinitiator Karl-Heinz Pütz (Random House Audio) will den mem-Kongress aber nicht als Antwort auf den Umzug der Popkomm nach Berlin verstanden wissen. „Wir wählen bewusst einen neuen Ansatz“. Kompetenz statt Namedropping Wichtig seien die Darstellung der Musikbranche als Teil der gesamten Entertainment-Industrie und die übergreifenden Perspektiven. Der Kongress sei eine Low-Budget-Veranstaltung, die voll auf das Interesse der Teilnehmer setze. Der Preis für die Zweitages-Kongresskarte sei mit gut 170 Euro „überschaubar“ angesetzt, um einem möglichst breiten Spektrum von Interessierten eine Plattform zu bieten, führt Pütz aus. „Wir wollen Vertreter der Subkultur mit denen in Verbindung bringen, die im Markt etabliert sind.“ Bei der Zusammenstellung der Panel-Besetzungen sei es den Organisatoren nicht um oberflächliches Namedropping gegangen. „Die Leute, die da sind, wurden im Hinblick auf ihre Kompentenz und auf die Frage überprüft, ob sie etwas Interessantes zu sagen haben“, sagt Pütz.
Panelthemen bei mem sind unter anderem die crossmediale Vermarktung von Entertainment-Inhalten, iTunes als Erfolgsmodell, Sounds als Qualitätsmerkmal und die wachsende Bedeutung von Computerspielen für die Musikbranche. Eingeleitet wird der Kongress am 12. August mit einer Diskussionsrunde unter dem Thema „Crossover Troubled Water“. Hier wollen unter anderen Thomas M. Stein, Michael Loeb (WDR Media Group) und der Anwalt Helge Sasse neue Wertschöpfungsmodelle in der Entertainment-Industrie zum Thema machen; Ex-BMG-Chef Stein berichtet über seine Erfahrungen mit der crossmedialen Vermarktung von „Deutschland sucht den Superstar“. Anschließend heißt es in Köln „Links and Rights“, wenn Thorsten Schliesche (T-Online), Johnny Häusler (Spreeblick) und Anwalt Christlieb Klages Möglichkeiten der rechtlichen Planungssicherheit im Zeitalter der digitalen Medienlandschaft erörtern. Auch die Vermarktung von Musik und Bewegtbildern auf mobilen Empfangsgeräten wird Thema am Rheinufer sein.
„Perpetuum Mobile Media“ lautet das Motto des Panels, das sich mit dieser Thematik auseinander setzt. Geladen sind hierzu Carol von Rautenkranz (Lado), Wolfram Winter (Universal Studios Networks) und Sascha Lazimbat (Vodafone). Beschlossen wird der Auftakttag von mem 04 mit einer „Blauen Stunde“ zum Thema „Popmusik als Quotenfutter“, zu der sich Viva-Gründer Dieter Gorny die Ehre geben wird. Diskutiert werden soll die Präsenz von Musiksendungen in den Programmen der großen TV-Sender – von Moik bis Gottschalk, von „Star Search“ bis „Starduell“. Am zweiten Kongresstag rückt das Computerspiel als Vermarktungsplattform für Musik ins Zentrum. Unter dem Titel „New Game“ wird die Bedeutung von Spielkonsolen im Alltag der Jugend thematisiert. Hier wirkt Jan Bolz mit, ehemaliger Geschäftsführer von BMG Ariola München und heute Europa-Marketingchef von Electronic Arts.






