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Mehrheit der Musikfans würde für legale P2Ps bezahlen

Der britische Downloaddienst PlayLouder hat bei einer Konsumentenbefragung herausgefunden, dass eine überwältigende Mehrheit der P2P-Nutzer bereit wäre, für lizenzierte Filesharing-Anwendungen zu bezahlen. Vor allem die unbeschränkte P2P-Nutzung als Bestandteil eines DSL-Angebots käme bei Musikfans gut an.

Der britische Downloaddienst PlayLouder hat bei einer Konsumentenbefragung herausgefunden, dass eine überwältigende Mehrheit der P2P-Nutzer bereit wäre, für lizenzierte Filesharing-Anwendungen zu bezahlen. Vor allem die unbeschränkte P2P-Nutzung als Bestandteil eines DSL-Angebots käme bei Musikfans gut an. PlayLouder befragte 843 Online-Nutzer, 90 Prozent von diesen gaben an, sich im Netz mit Musik zu versorgen – allerdings zahlte nur knapp die Hälfte davon für die Dateien.

Die meisten Musikfans wollen lieber weiter P2P-Systeme verwenden, statt bei iTunes, Napster oder MSN einzukaufen. Vielfach liegt das an den Einschränkungen, die die Dateiformate von Microsoft und Apple mit sich bringen. Der Standard MP3 bleibt bei zwei Dritteln der Nutzer das beliebteste Format. Lediglich fünf Prozent schwären auf das Microsoft-Format Windows Media Audio. Dabei sind die P2P-Fans durchaus bereit, für legalisierte Plattformen Geld auszugeben. 84 Prozent der Befragten würden für ein Angebot mit qualitativ hochwertigen Downloads bezahlen, 58 Prozent würden dafür mindestens fünf Pfund (7,45 Euro) pro Monat ausgeben.

94 Prozent bekundeten für ein gekoppeltes Angebot Interesse: Breitbandinternetzugang inklusive legalem Filesharing. 41 Prozent würden dafür sogar den Netzprovider wechseln. Deshalb wagt PlayLouder-Gründer Paul Hitchman eine Prognose: Würden alle britischen ISPs ein derartiges Produkt anbieten, könnte die Musikbranche bereits jetzt 240 Mio. Pfund Mio. Euro) zusätzlich pro Jahr umsetzen. Zudem ergab die Umfrage, dass die Strafverfolgung von P2P-Nutzern ihren gewünschten Effekt verfehlt. 82 Prozent der Musikfans gab an, von den Klagen der Industrie gar nicht oder nur wenig beeindruckt zu sein.

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