Es setzt sich zusammen aus 150 Topmanagern der deutschen Film-, TV, Video-, Musik- und Gamesbranche. Zweimal im Jahr, jeweils zur Halbzeit und zur Jahreswende, verkünden diese Experten im Mediatrend-Ted ihre Einschätzungen zu den aktuellen Trends und ihre Prognosen zur Branchen- und Marktentwicklung im Entertainmentbereich – fundierte Meinungen aus der Praxis für die Praxis.
Horst Weidenmüller, CEO !K7 Records: Die digitale Auswertung kann für den nächsten Up-Stream des Musikmarktes sorgen. Wenn der Konsument selber entscheiden kann, wie viel ihm Musik wert ist und wie viel er dafür ausgibt, können wir wieder zufriedene Konsumenten bekommen. Er hat dann die Auswahl, einen Stream für einen Cent zu kaufen, einen Track für 99 Cent runterzuladen, ihn für 2,20 Euro als Ringtone zu bekommen oder sich ein Online-Musikabo für 25 Euro pro Monat zuzulegen. Das High-End-Produkt wird dann die CD ohne DRM mit vielen Extras für 16 Euro sein.
Carol von Rautenkranz, General Manager Lado Musik, musikwoche-Beirat:Die Krise der Musikindustrie ist eine Krise der Major-Firmen – selbstverschuldet. Wir Indies gehen gestärkt daraus hervor – das lässt sich an den steigenden Marktanteilen bereits jetzt in Zahlen ablesen. Das freut mich für uns und für die Musik. Jetzt müssen wir nur aufpassen, dass nicht die Telekommunikationsfirmen in Zukunft die Inhalte bestimmen. Independents worldwide unite!
Wolfgang Funk, Leitung BMG National Gun:, Man wird sich auf alle möglichen Vertriebswege (physisch, download, mobil etc.) konzentrieren und diese ausbauen müssen. Außerdem wird es immer kostenaufwendiger (Videos, Internet etc.) und schwieriger (neue MTV/Viva-Situation, null Radiounterstützung), neue Künstler zu breaken. Sollte die Lokomotive „Record Company“ dann doch mal einen Act durchbringen, verdient sie im Verhältnis zu den Investitionen zu wenig, vor allen Dingen nichts an der nachfolgenden Einnahmekette (Touring, Merchandising etc.). Denn nur aus dem Verkauf der reinen Musik wird sich das auf lange Sicht in einem solch schwachen Markt nicht mehr rechnen. Irgendwann kann man das Manko nicht mehr nur durch Entlassungen auffangen.
Peter Ende, President & CEO Continental Europe EMI Music Publishing:, Die Branche befindet sich nach wie vor strukturell und personell im Umbruch. Die bisherigen Geschäftsmodelle sind weiter rückläufig oder stagnieren, und die neuen Wege werden unter anderem aufgrund von Uneinigkeit bezüglich deren Abwicklung und durch Verteilungskämpfe in ihrer Entwicklung negativ beeinflusst. Noch steht die Werthaltigkeit des Contents hinter der des Marketing- und Vertriebsapparates zurück – ein untragbarer Zustand, den es schnell zu ändern gilt. Wenn einige Uneinsichtige den kreativen Kräften weiterhin eine faire Beteiligung verweigern, fehlt eine entscheidende Voraussetzung für neuerliches Wachstum.
Benjamin Schacht, Geschäftsführer SMV – Schacht Musikverlage:, Man kümmert sich zunehmend wieder um Inhalte. Das hat bei der langfristigen und damit nachhaltigeren Profilbildung von Künstlern noch nie geschadet. Sofern man nun auch bei den wirtschaftlichen Interessen wieder zu einer gewissen Harmonie unter den Rechteinhabern findet, steht einem gemeinsamen Aufschwung nichts im Wege.
Thomas Glück, Inhaber Musikladen Thomas Glück: Aus Sicht des stationären Handels mit physischen Tonträgern können Entwicklungen wie P2P, Download oder mobil nur geschäftseinschränkend wirken.






