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MediaMarkt macht Druck auf Vorab-Downloads

Nach Ansicht von MediaMarkt und dem Handelsverband Musik & Medien schaden Vorab-Downloads dem stationären Handel. MediaMarkt droht nun gar mit der Auslistung entsprechender Titel.

Nach Ansicht von MediaMarkt und dem Handelsverband Musik & Medien (HAMM) schaden Vorab-Downloads dem stationären Handel. MediaMarkt droht gar mit der Auslistung entsprechender Songs. „Der aktuelle Titel von Kylie Minogue wurde deutlich vor der Veröffentlichung der Single zum Download angeboten. Es ist zutreffend, dass MediaMarkt und Saturn daher darauf verzichtet haben, die Single in ihr Sortiment aufzunehmen“, bestätigt Media-Saturn-Sprecher Bernhard Taubenberger. Zuvor hatte musikwoche erfahren, dass MediaMarkt den Musikfirmen in dieser Frage Druck macht. Taubenberger bestätigt: „Wir sind hierzu in einen intensiven Dialog mit unseren Industriepartnern eingetreten, in dem wir uns vor allem auch mit der Frage beschäftigten, wie wir die antiquierten Veröffentlichungsabläufe bei neuen Titeln so harmonisieren können, dass sie den Gewohnheiten unserer Kunden gerecht werden und damit die Musikbranche insgesamt voranbringen.“

Bei Vorabveröffentlichung im Netz drängt MediaMarkt darauf, diese Titel zeitgleich verkaufen zu können: „Jeder Titel, der digital angeboten wird, erzeugt zugleich eine physische Nachfrage. Können wir diese in unseren Märkten dann nicht befriedigen, trägt das nicht nur zur Verunsicherung unserer Kunden bei, sondern richtet sich letzten Endes auch gegen die Interessen unserer Lieferanten“, meint Taubenberger. Eine ähnliche Position bezieht auch der HAMM: „Der Handel erleidet durch die spätere Veröffentlichung des physischen Produkts nicht nur einen Umsatz – sondern auch einen nachhaltigen Imageverlust“, betonte Geschäftsführerin Nina Krogmann.

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