Recorded & Publishing

Media Control baut neue Verwertungsgesellschaft mit auf

Die neue Verwertungsgesellschaft Werbung GmbH (VG Werbung) will zum 1. Januar 2005 die Geschäfte aufnehmen. Hinter der Gesellschaft steht unter anderem Karlheinz Kögel, Vorstandsvorsitzender Media Control und seine Kögel Beteiligungsgesellschaft. Die VG Werbung hat sich Transparenz und Effizienz bei Rechteauswertung und Abrechnung auf die Fahne geschrieben.

Die neue Verwertungsgesellschaft Werbung GmbH (VG Werbung) will zum 1. Januar 2005 die Geschäfte aufnehmen. Hinter der Gesellschaft stehen Karlheinz Kögel, Vorstandsvorsitzender Media Control GfK International und seine Kögel Beteiligungsgesellschaft, Dr. Thomas Graefe, Inhaber der Rechtsanwaltskanzlei Graefe und Wolfram Sauter, Inhaber der Sauter Musikverlage. Seit vier Jahren haben sich die Gründer der VG Werbung um eine Genehmigung beim Marken- und Patentamt bemüht, die sie im Januar 2004 erhalten haben. Die Firmengründung erfolgte am 25. März 2004, jetzt wandten sich die Gesellschafter an die Musikverleger, um Kunden für ihr neues Unternehmen zu gewinnen. Bisher gibt es noch keine unterzeichneten Verträge, aber Ortrun Günzel, Rechtsanwältin bei Graefe Rechtsanwälte, erklärte im Gespräch mit musikwoche, die VG Werbung stünde derzeit in Verhandlungen. „Kleine und große Verlage sowie einzelne Künstler“, hätten bereits Interesse bekundet. „Es gibt auch einige, die gesagt haben, sie würden sofort wechseln,“ erzählt Günzel. Im September will die VG Werbung die Tarife und den Verteilungsplan veröffentlichen.

Dabei soll die Rechteverwertung nicht auf Musik aus der Werbung beschränkt bleiben. Die Abrechnung wird nicht pauschal und kollektiv, sondern anhand der tatsächlichen Nutzung erfolgen. Unterschiedlichen Sätze für verschiedene Genres wird es dabei nicht geben. Die Tantiemenausschüttung soll alle drei oder vier Monate erfolgen. Außerdem soll jeder Urheber seine Kostensätze auf einem Online-Konto einsehen können. „Für welche Nutzung bekomme ich wie viel Geld, was nimmt die Gesellschaft ein, was schüttet sie aus“, soll laut Günzel für jeden Urheber ersichtlich sein. Die VG Werbung wolle, so Günzel weiter, Transparenz bei Einnahmen und Ausgaben sicher stellen. Die Verwaltungskosten sollen dabei mit zehn Prozent unter denen der bisherigen Verwertungsgesellschaften liegen. Die Erfassung der Werknutzung „soll softwarebasiert in Zusammenarbeit mit Media Control“ realisiert werden. Dabei werde die Nutzungserfassung nicht auf einzelne Sendestationen beschränkt, sondern Rundfunk- und Fernsehstationen flächendeckend beobachtet. Auch die Wiedergabe musikalischer Werke an öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Einrichtungen soll in die Auswertung einfließen.