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Media Control analysiert Tauschbörsen

Media Control stellte im Rahmen der Popkomm ein Analysetool für den Datenverkehr über Internettauschbörsen vor. Fast jede zweite Suchanfrage bezieht sich auf Musik, aber auch Filme und Games sind gefragt. Bis zu 3,5 Mio. Nutzer bieten weltweit 300 Mio. Dateien an, 80 Prozent davon illegal.

Die Marktforscher von Media Control um Geschäftsführerin Ulrike Altig stellten im Rahmen der Popkomm am 30. September ein zusammen mit Wissenschaftlern der FH Heidelberg entwickeltes Analysetool für den Datenverkehr über Internettauschbörsen vor. Der am Fachbereich Informatik von Professor Herbert Schuster entwickelte WebSpider durchforstet dazu international und rund um die Uhr die Netzwerke eMule, Overnet, eDonkey und Kazaa. Laut Schuster greifen weltweit ständig zwei bis 3,5 Mio. Nutzer – davon allein 276.000 deutsche Surfer – gleichzeitig auf diese Dienste zu und starten pro Sekunde zwischen 15 und 30 Suchanfragen. 80 Prozent der rund 250 bis 300 Mio. ständig verfügbaren Dateien stammen aus nicht-autorisierten Quellen. Mit einem Anteil von 45 Prozent bezieht sich fast jede zweite Suchanfrage auf Musiktitel, weitere elf Prozent auf Filme mit Erotik, sechs auf Filme ohne explizite Inhalte, zwei Prozent aller Suchanfragen zielen auf Games und sieben auf Software.

Bei den Angeboten im Musikbereich dominiert die HipHop-Formation D-12 über den Zeitraum vom 17. bis zum 27. September sowohl Album- als auch Singles-Charts. Nach Firmen ausgewertet entfiel ein Drittel aller Angebote auf Repertoire aus dem Hause Universal, 21,2 Prozent auf BMG-Titel, 14,1 auf Sony-Acts, 11,1 auf die Repertoiredivisionen des EMI-Konzerns und jeweils 7,1 Prozent auf Warner- und edel-Künstler. Bei den Filmtiteln dominierten „Van Helsing“, „Men Of Fire“ und „Shrek 2“, bei den Games „Sims 2“, „Doom 3“ und „Need For Speed (Underground)“. Mehr zum Thema