Recorded & Publishing

mdr Radio verleiht Innovationspreis SIA

Der öffentlich-rechtliche Radiosender mdr will sich stärker in den Dialog mit dem Musikbusiness begeben. Startschuss war ein Branchentermin im Rahmen der Sputnik Turntabledays 2002, der Universal-Chef Tim Renner zum Herrn des Rings machte.

In einer umfunktionierten Wetterstation des Flughafens Leipzig/Halle erhielt der Chairman & CEO von Universal Music am 18. Mai für seine „innovativen Leistungen im Bereich Music-Business“ den Sputnik Innovator Award SIA 2002. „Renner fordert Qualitätsoffensiven, statt nur über Techniken zum Schutz von Inhalten zu reden. Er will erreichen, dass sich User künftig ihre Wunschmusik online als CD oder aus dem Netz per Download laden können“, sagte Programmchef Michael Schiewack in seiner Laudatio. Der mdr, der im Bereich Jugendformate neben dem Dance-Sender Sputnik auch den Mainstreamkanal Jump betreibt, verlieh den Preis, der die Form eines Rings hat, im Rahmen des Business-Events forward2 business. Für Schiewack ist ein Branchentreff, der die Vertreter von Radios und Plattenfirmen zusammenführt, überfällig: „Ziel ist es, ein professionelles Netzwerk zu schaffen, das die Verbindung zwischen der Musikbranche und den neuen Möglichkeiten der Informations- und Medientechnologie herstellt.“ Die erste Ausgabe von forward2business am Pfingstwochenende, die in das viertägige Dance-Event Sputnik Turntabledays eingebunden war, soll auf Wunsch von Schiewack zur Institution werden. Seit zehn Jahren sei der mdr mit einer Neupositionierung des Radios beschäftigt. Die Parole „Wetter, Verkehr und mehr“ kann Musikliebhaber nicht befriedigen, so der Programmdirektor. „Die Veränderung im Verhalten der Musikkonsumenten, die nicht nur die Musikindustrie in Bedrängnis bringt, kann uns als direkter Partner nicht gleichgültig sein. Geht es der Musikindustrie schlecht, bekommt das Radio über kurz oder lang Schwierigkeiten, weil es angewiesen ist auf die Produkte der Plattenfirmen – auf gute Musik.“

Der Erfolg der neuen Medien und die veränderten Gewohnheiten bei der Musiknutzung seien Grund genug, sich „in schweren Zeiten zusammenzusetzen und sich gemeinsam Gedanken zur Lage“ zu machen. Vor dem offenen Diskurs stand jedoch eine Präsentation von Dr. Sudip Bhattacharjee, Dozent an der University of Connecticut. Er stellte die Untersuchungen seines Lehrstuhls zum Themenkomplex „Online-Musik und die möglichen Konsequenzen für die Musikindustrie“ vor. Während einige Teilnehmer von forward2business noch bis in die Morgenstunden über das strapazierte Verhältnis zwischen Plattenfirmen und Radiosendern diskutierten, suchten andere Entspannung auf einer der zahlreichen Tanzflächen der Turntabledays im Flughafenterminal.