Die britische MCPS-PRS Alliance reagiert mit Unverständnis auf den vom Phonoverband BPI nun auch im Königreich vom Zaun gebrochenen Streit über die angemessene Höhe von Vergütungen: Der Schritt vor das Copyright-Tribunal, das Gegenstück zur deutschen Schiedsstelle beim Marken- und Patentamt, sei unverständlich und hätte vermieden werden können, erklärte Adam Singer als Group CEO der in einem Joint Venture zusammengeschlossenen Gesellschaften zur Verwertung von mechanischen Lizenzgebühren (MCPS) und Aufführungsrechten (PRS).
„Alle Branchenbeobachter müssen sich doch von den Plattenfirmen vor den Kopf gestoßen fühlen, die hier teils die Verlagsarme ihrer eigenen Konzerne in einen Streit verwickeln“, ergänzte Singer. Das Verfahren würde Millionen verschlingen, die keine der beiden Seite übrig hätte. „Dieses Tribunalverfahren schadet der gesamten Branche in großem Maße – nicht zuletzt auch in ihrer Außendarstellung gegenüber der Politik.“ Beide Seiten hätten die strittigen Tarife erst kürzlich diskutiert, seien dabei aber bislang nicht zu einer Einigung gekommen. „Die Kreativindustrie lässt hier jegliche Fantasie vermissen“, schimpfte der MCPS-PRS-Vertreter.
Der britische Phonoverband BPI will vor dem britischen Copyright Tribunaldie Höhe der fälligen Vergütungen für die Nutzung und Verbreitung von Musik über Internetangebote oder mobile Dienste anfechten. Dabei baut die BPI auf Unterstützung der sieben Onlineanbieter AOL, iTunes, MusicNet, Napster, RealNetworks, Sony Connect und Yahoo!.






