Recorded & Publishing

Max Richard Leßmann – Lieder mitten aus dem Leben

Als Sänger und Texter von Vierkanttretlager ist Max Richard Leßmann schon lange kein Unbekannter mehr. Sein erstes Soloalbum ist musikalisch trotzdem eine faustdicke Überraschung.

Max Richard Leßmann hat mal eben im Vorbeigehen die deutschsprachige Popmusik vom Kopf wieder auf die Füße gestellt. Und das vollkommen ohne zersetzende Ironie. Der Musiker präsentiert auf „Liebe in Zeiten der Follower“ zwölf Songs, die eine Brücke schlagen von Swing und Chanson über zeitgemäßen Pop bis hin zur jüdisch geprägten Liedtradition der Weimarer Republik.

Eine außergewöhnliche Kombination, die mit jeder Minute, der man dieser Platte lauscht, besser funktioniert. Leßmann ist sich seiner Sache in jeder Sekunde sicher. Frei von überflüssigem Pathos erzählt er in Stücken wie „Spuren auf dem Mond“ oder „Die Welt hinter den Worten“ Geschichten, die man ihm mit seinen 25 Jahren eigentlich gar nicht zutrauen würde.

Seine Band Vierkanttretlager gibt es nach wie vor, und man plant auch schon wieder Aktivitäten für die Zukunft. Doch erst einmal steht jetzt sein Solodebüt im Mittelpunkt. „Auf dem Album kommt eine musikalische Ausdrucksweise zum Zug, die im Bandkontext nicht so richtig stattfinden konnte“, erklärt Max Richard Leßmann im Interview mit MusikWoche, „die mir aber schon immer sehr am Herzen lag.“

Mit Sebastian Madsen als Partner hat er jemand gefunden, „mit dem ich das so richtig ausleben konnte.“ Auf Empfehlung von Olaf Opal, dem Produzenten des letzten Albums von Vierkanttretlager, gönnte sich Leßmann eine Reise nach Prießeck, Gemeinde Clenze im Wendland. Dort unterhalten die Gebrüder Madsen ein Studio. Der Ort, in dem die „einzige Abwechslung aus einer Fahrt zum Supermarkt oder in die Dönerbude besteht“, so Leßmann, war ein Geschenk, das „Liebe in Zeiten der Follower“ erst möglich machte. Hier fand Leßmann nach ein paar Umwegen zu jener eigenen Musiksprache, die diese Platte so einzigartig macht.

Den vollständigen Artikel lesen Abonnenten in MusikWoche Heft 30/2017, im Livepaper oder .