“Nachdem das A&R-Team von wea records zu eastwest records gewechselt war, bestand meine Hauptaufgabe darin, in alter wea-Tradition ein künstlerorientiertes, neues A&R-Team aufzubauen“, erklärt Maurus im Gespräch mit musikwoche.de. Dies sei Voraussetzung, um zusätzlich zu den bereits etablierten Künstlern wie Westernhagen und Sasha oder neuen Mainstream-Acts wie Wonderwall auch weiterhin innovative Bands aus szenischen Umfeldern, wie seinerzeit Seeed oder Deichkind, an das Haus zu binden. Als Ziel setzt sich Maurus nicht nur die Verbesserung der Geschäftstätigkeit von wea records gegenüber dem Vorjahr. Er will auch in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Deutschen Phono-Akademie und des Charts- & Marketingausschusses den firmenübergreifenden Dialog der Branche vorantreiben.
„In kritischen Zeiten sollten die Marktteilnehmer den Schulterschluss wagen, denn es gibt genügend Probleme zu lösen“, wünscht sich der wea-Chef. Und er geht mit manchen Kollegen hart ins Gericht: „Zur Zeit redet jeder von einem A&R-Problem. Doch die, die am lautesten darüber lamentieren, haben zuvor einiges dazu beigetragen, nicht gerade hochwertige Produkte in die Charts zu bringen.“ Was bislang fehle, sei ein eindeutiges Bekenntnis zur Rückkehr zur Album-Kultur und zu seriösen kaufmännischen Tugenden, die das Verhältnis von Mitteleinsatz und Ertrag wieder in ein gesundes Verhältnis rücken, führt Maurus aus. Den umfangreichsten Personalwechsel verzeichnete wea in den vergangenen Monaten im A&R-Bereich: Markus Hartmann wechselte zum 1. November von eastwest zu wea records, Axel Erler kam von edel music publishing zum Label. Svana von Trejer, Ex-A&R-Managerin des Talent Independent Service (TIS), wechselte am 1. April zu wea records. Mit dem Trio Hartmann, Erler und Trejer hat Maurus drei Persönlichkeiten gefunden, die aus verschiedenen Szenen kommen – „eine unbedingte Voraussetzung für die Entdeckung, Entwicklung und Vermarktung neuer innovativer Acts“, so Maurus. Und weiter: „Da wea records immer schon ein personell schlank aufgestelltes Unternehmen war, bestand meine primäre Aufgabe im ersten halben Jahr darin, das Know-how der 31 Mitarbeiter zusammenzuführen und so zu kanalisieren, dass wir jederzeit und schnellstmöglich auf jedwedes Signal des Marktes reagieren können“. Im Product-Management blieb die Struktur unverändert, ebenso im Promotion- und Pressebereich. Was die Veröffentlichungen angeht, hat wea records in den kommenden Monaten einige hochkarätige Themen anzubieten.
Zeichen setzen mit DVD-Formaten
Neue Alben von a-ha, Red Hot Chili Peppers und Chris Isaak sollen die Longplay-Verkaufzahlen beleben, im Singles-Bereich setzt die Plattenfirma auf Songs von Ironbase, DJ Shog, Wonderwall und Sasha, der die offizielle Sat.1-Hymne zur Fußball-WM präsentieren wird. Auch bei der Entwicklung von neuen Tonträgerformaten will Warner Music – und somit auch wea records – Zeichen setzen: „Die DVD muss nach vorn“, fordert Maurus. Sowohl die DVD-Audio als auch die DVD-Video habe enormes Potenzial, „das wir mit attraktiven Veröffentlichungen nutzen werden“. Maurus legt auf seinen musikalischen Background wert, als ehemaliger Musiker und „Vinyl-Junkie“ sei er nach und nach in die Musikbranche hineingewachsen. Mit seiner Berufung zum General Manager fand seine Karriere bei wea records, die er 1989 mit seiner Tätigkeit als Junior Product Manager begann, einen vorläufigen Höhepunkt.






