Recorded & Publishing

Matthias Inhoffen verstorben

Der deutsche Musikjournalismus hat eine seiner verlässlichsten und profiliertesten Persönlichkeiten verloren: In der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 2016 verstarb in Stuttgart nach langer, schwerer Krankheit der Musik- und Fachredakteur Matthias Inhoffen.

Der deutsche Musikjournalismus hat eine seiner verlässlichsten und profiliertesten Persönlichkeiten verloren: In der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 2016 verstarb in Stuttgart nach langer, schwerer Krankheit der Musik- und Fachredakteur Matthias Inhoffen.

Bis zuletzt wirkte er beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (PdSK) mit, wo er von 1988 an als Juror, als Vorstandsmitglied und Schatzmeister und seit 2012 als Geschäftsführer aktiv war. Er war die Seele des Vereins, die stille Kraft des Zusammenhalts. Seit 1984 war er zudem Jurymitglied der Liederbestenliste.

Geboren am 18. Oktober 1951 in Freiburg im Breisgau, studierte Matthias Inhoffen an der Freiburger Universität Germanistik und Geschichte und engagierte sich in der Fachschaftsarbeit. Schon damals war der große, schlaksige Kommilitone mit dem weichen badischen Akzent ein Freund, auf den man zählen konnte.

1981 wechselte er in den Journalismus, um das Musikressort des HiFi-Magazins „stereoplay“ bei der Stuttgarter Motor-Presse zu übernehmen – anstelle des elterlichen Fotofachgeschäfts in der Freiburger Innenstadt. Ab 1996 betreute er als freier Textchef mit stilistischem Feingefühl für die Motor-Presse das HiFi-Magazin „Audio“ sowie diverse andere Zeitschriften. Seit 2010 war er als Textchef für den Fachverlag WEKA Media Publishing tätig.

Zudem machte er sich schon früh einen Namen als Musikjournalist, dessen Gehör bestens geschult war und dessen Horizont von den Beach Boys bis Jan Garbarek reichte. Dabei verstand er sich stets als Partner der Künstler und als Kommunikator von deren Kreativität.

Matthias Inhoffen war als Musikkritiker fair und kenntnisreich, als Textchef unbestechlich und penibel, als Mensch liebenswürdig und sanftmütig. Laute, schrille Töne waren nicht seine Art der Kommunikation. Er war ein bodenständiger, zuverlässiger Fachmann mit kritischem Blick, dessen Überzeugungskraft aus einer seltenen inneren Ruhe kam.

Auf ihn war immer Verlass. Und selbst wenn es ihm sicher nicht immer blendend ging, ließ er sich das kaum anmerken. Die PdSK-Bestenliste für das zweite Quartal 2016 wollte er gern noch betreuen, wie so viele Bestenlisten davor. Doch daraus wurde nichts; der Krebs blieb am Ende nach jahrelangem Kampf Sieger.

Matthias Inhoffen hinterlässt Frau und Sohn. Die Trauerfeier findet am 4. März um 13:15 Uhr in Ludwigsburg bei Stuttgart statt.