Am Morgen des 30. Januar 2023 gab der Bertelsmann-Konzern bekannt, dass der derzeitige CFO Thomas Coesfeld Anfang 2024 als CEO [die Nachfolge von Hartwig Masuch antreten soll]. Diese Nachricht vom anstehenden Wechsel an der Spitze von BMG darf durchaus als ein Paukenschlag gelten.
In einem Rundschreiben, das MusikWoche vorliegt, wenden sich Hartwig Masuch und Thomas Coesfeld an die Mitarbeitenden des Unternehmens. Dabei geht es um die Geschichte von BMG, um Fragen des Alters, aber auch um die Zukunft.
Die Ankündigung werten die beiden Spitzenmanager zunächst als „den jüngsten Schritt“ zu einer langfristig geplanten Nachfolgeregelung. Manche Mitarbeitende hätten die nun bestätigt Entscheidung vielleicht schon erahnt, allerdings werde die Umsetzung noch einige Zeit dauern. Man habe aber das Team und die Kunden so früh wie möglich über den Schritt informieren wollen, „um den Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten“, heißt es in der gemeinsamen Einleitung.
Dann übernimmt Masuch das erste Solo, und teilt dem Team mit, wie sehr er sich freue, dass Thomas Coesfeld seine Nachfolge antreten wird: „Nach einer mehr als zweijährigen Zusammenarbeit bin ich davon überzeugt, dass er die richtige Person ist, um BMG in die Zukunft zu führen“, macht Masuch klar. Er attestiert dem designierten CEO „ein instinktives Verständnis für die Hebel“, die das Musikgeschäft antreiben, aber auch für neuen Technologien, Dienstleistungen und Prozesse, die das Unternehmen Künstler:innen, Songwriter:innen und Rechteinhabern bieten müsse. Coesfeld habe sich „immer wieder als kluger, dynamischer und strategischer Lenker erwiesen“, unterstreicht Masuch. „Genau deshalb habe ich Thomas als meinen Nachfolger vorgeschlagen.“
Dann richtet der langjährige BMG-Boss den Blick zurück: 14 Jahre zuvor sei Bertelsmann das Wagnis eingegangen, mit ihm einen Musikverleger Mitte 50 an die Spitze eines neuen Musikunternehmens fürs 21. Jahrhundert zu berufen. „Nicht alle hielten mich für die offensichtliche Wahl“, sagt Masuch rückblickend: „Ich bin zuversichtlich, dass Bertelsmann mit der Wahl von Thomas zu meinem Nachfolger erneut richtig liegen wird.“
Masuch ergänzt, dass es immer seine Absicht gewesen sei, „vor meinem 70. Geburtstag weiterzuziehen“. Bis zum Abschied bleibe indes noch genügend Zeit, „heute liegt der Fokus auf der Zukunft“. Für Masuch ist klar: „Ich freue mich für Thomas – und für BMG.“
Im zweiten Solo würdigt der Thomas Coesfeld anschließend „die erstaunliche Arbeit meines künftigen Vorgängers“ Hartwig Masuch. Schließlich sei der heutige Erfolg von BMG „keine Selbstverständlichkeit“ gewesen: „Im Jahr 2008 gab es vielmehr viele ‚Experten‘ der Musikindustrie, die darauf hinwiesen, dass die neue BMG ein Flop werden würde“, schreibt Coesfeld. Stattdessen sei – „zum großen Teil dank Hartwig“ – ein Vorreiter entstanden, der neu definiert habe, was ein Musikunternehmen im Streamingzeitalter sein könne.
Coesfeld macht zugleich deutlich, dass er die Masuch vorgelebte Linie auch weiter verfolgen will, wenn er sagt: „Von Fairness und Transparenz haben die großen internationalen Musikkonzerne erst gesprochen, als BMG kam. Service war kein Tagesordnungspunkt.“
Schließlich richtet der designierte CEO den Blick auf die Zukunft: 2023 sei BMG auf inzwischen mehr als 1100 Mitarbeitende gewachsen – und stelle weiter ein, wie Coesfeld betont: „Wir haben ein profitables Unternehmen mit einem Katalog und einem Künstlerstamm mit vielen der größten Namen der Musik. Und ich bin fest entschlossen, dass wir unter meiner Führung noch größer und erfolgreicher werden.“
Inspiriert von Hartwig Masuch freue er sich darauf, „dass BMG in den kommenden Jahren neue Höhen erreichen wird“.





