Recorded & Publishing

Massenentlassungen bei Warner Music

Die Maßnahmen zur Kostenreduzierung bei Warner erreichen einen neuen Höhepunkt: So soll sich die Firma in den USA von knapp der Hälfte ihrer rund 170 Künstler trennen.

Die Maßnahmen zur Kostenreduzierung bei der Warner Music Group erreichen einen neuen Höhepunkt: Einem Bericht der „Los Angeles Times“ zufolge trennt sich die Firma von knapp der Hälfte der rund 170 Künstler, die bei der vor kurzem aus den Labels Atlantic, Elektra und Lava formierten Atlantic Records Group unter Vertrag stehen. Die Gruppe Third Eye Blind, deren Verkaufszahlen zuletzt enttäuschten, ist dabei der einzige bislang in die Öffentlichkeit durchgesickerte Name von künftigen Ex-Warner-Künstlern. Auch die Entwicklung des Spezialitäten-Labels Nonesuch mit Musikern wie David Byrne, Randy Newman, Wilco und The Magnetic Fields steht unter besonderer Beobachtung der Unternehmensspitze, heißt es. Lyor Cohen, Chairman & CEO von Warner Music US, wollte sich zwar nicht zu den Einzelheiten der beschlossenen Maßnahmen äußern, erklärte aber: „Der entscheidende Punkt, ob ein Künstler bleibt, ist die Leidenschaft der Firma, diese zu vermarkten und zu promoten. Wir werden uns um alle Übriggebliebenen mit großer Leidenschaft kümmern.“

Insgesamt wollen die neuen Eigentümer von Warner Music um Edgar Bronfman jr. Kosten in Höhe von 250 Mio. Dollar einsparen. So wurden seit März weltweit 20 Prozent der bis dahin 5300 Mitarbeiter entlassen. Führungskräfte mussten Insidern zufolge bei Verbleib in der Firma Gehaltskürzungen von bis zu 30 Prozent in Kauf nehmen. Zudem übe Warner Music enormen Kostensenkungsdruck auf Geschäftspartner aus: So wurden die vertraglichen Bindungen mit der Radiobeobachtungsfirma Broadcast Data Systems gekündigt, nachdem diese nicht bereit war, ihre Preise um die Hälfte zu reduzieren; deren Konkurrent Mediabase akzeptierte hingegen geringere Gebühren.

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