Die Schwerpunktveröffentlichungen erfüllen zurzeit in den USA zumindest einigermaßen die Erwartungen des Handels. Nach Linkin Park legte nun auch Maroon 5 eine vernünftige Erstverkaufswoche hin. „It Won’t Be Soon Before Long“ steigt mit 429.000 Verkäufen souverän auf Rang eins in die Albumcharts ein und setzt sich vor „Minutes To Midnight“, das in der zweiten Woche nur noch 198.000 Exemplare absetzen konnte. Beide Topalben machen dem stationären Handel aber nur bedingt Freude. Das Maroon-5-Werk wollten 102.000 Fans lieber als Download kaufen, bei Linkin Park schlugen in der letzten Woche 84.000 Kunden digital zu.
Und auch bei Ozzy Osbourne zeigt sich der Trend zum Onlineshop: „Black Rain“ steigt mit 152.000 verkauften Kopien auf Platz drei ein, wobei knapp ein Viertel der Alben über den Digitalhandel an den Fan gebracht wurden. Das lag wohl nicht zuletzt daran, dass einige der Downloadshops „Black Rain“ zusammen mit den kostenlosen, aber dafür limitierten Eintrittskarten für das Ozzfest gekoppelt hatten. Position vier geht an die Hip-Hop-Formation U.S.D.A. um Yong Jeezy, Slick Pulla und Blood Raw, die für ihren „Cold Summer“ auf Anhieb 95.000 Käufer fanden. Knapp dahinter steigt mit 92.000 Exemplaren von „Lies For The Liars“ die Band The Used auf fünf ein.
Sechster ist Chris Daughtry mit weiteren 74.000 Kopien von „Daughtry“, gefolgt von Michael Bublé und 62.000 Einheiten von „Call Me Irresponsible“ sowie von Carrie Underwood, die mit „Some Hearts“ inzwischen seit 80 Wochen in den oberen Rängen der Charts vertreten ist und diesmal 51.000 CDs verkaufte. Neunte ist Avril Lavigne mit 48.000 Kopien von „The Best Damn Thing“, „Because Of You“ von Ne-Yo beschließt mit 41.000 Verkäufen die Top Ten.
Auch wenn die Spitzenthemen verhältnismäßig gute Absatzzahlen aufweisen können – an der allgemeinen Branchenkonjunktur ändert das nur wenig. In den sieben Tagen bis zum 27. Mai setzte die US-Branche 8,35 Millionen Alben ab – 3,2 Prozent weniger als in der Woche davor und 16,7 Prozent weniger als in der Vergleichswoche des Jahres 2006. Mit insgesamt 185,5 Millionen verkauften Alben seit Jahresbeginn fehlen dem US-Markt derzeit rund 16,5 Prozent zu den Vorjahreswerten. Und die Verkäufe von physischen CDs sind sogar um mehr als 20 Prozent geschrumpft.
Für Analysten ist dies der Beleg dafür, dass es mit dem CD-Format bald vorbei sein wird. Aram Sinnreich von Radar Research verriet der „New York Times“ unlängst seine wenig optimistische Prognose: 24 Jahre nach der Markteinführung in den USA liege die CD in den letzen Zügen. „Jeder in der Branche rechnet damit, dass das kommende Weihnachten die letzte große Feiertagssaison für CD-Verkäufe sein wird.“ Und was seiner Ansicht nach danach kommt, hat nicht übersetzt eine noch drastischere Wirkung: „And then everything goes kaput.“






