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Marktführerschaft im deutschen Downloadgeschäft bleibt umkämpft

Sowohl Musicload als auch iTunes beanspruchen die Marktführerschaft im deutschen Downloadgeschäft. Allgemein akzeptierte empirische Beweise konnten beide Firmen bislang nicht vorlegen. Nachforschungen von MusikWoche sehen den T-Online-Shop noch mit haudünnem Vorsprung.

Sowohl Musicload als auch iTunes beanspruchen die Marktführerschaft im deutschen Downloadgeschäft. Allgemein akzeptierte empirische Beweise konnten beide Firmen bislang nicht vorlegen. Nachforschungen von MusikWoche bei einem Majorlabel sehen den T-Online-Shop noch mit haudünnem Vorsprung, doch dieser schmilzt. Im Lauf des Jahres 2005 hatten beide Anbieter im Einzeltrack- und im Albenverkauf jeweils einen Marktanteil von über 40 Prozent, wobei sich gegen Jahresende eher eine Tendenz zugunsten von iTunes abzeichnete.

In den vergangenen Tagen entwickelte sich zwischen Apple und T-Online eine regelrechte PR-Schlacht um die statistische Vorherrschaft im Downloadverkauf. Erst meldete Musicload 15 Mio. Verkäufe für das Jahr 2005, wenig später konterte Apple mit 15,5 Mio. verkauften Tracks. Diese nicht von neutraler Stelle bestätigten Zahlen lassen sich zudem nicht mit dem am 19. Januar vorgestellten „Digital Music Report“ der IFPI in Einklang bringen, in dem offiziell von 21 Mio. in Deutschland verkauften Downloads im Jahr 2005 die Rede war. Erst auf Nachfrage von MusikWoche bestätigte Johann-Friedrich Brockdorff, Wirtschaftsreferent der deutschen IFPI-Landesgruppe, dass die Zahl im Report lediglich eine Schätzung sei. Diese beruhe zudem nur auf den Verkäufen von Einzeltiteln. Alben und Bundles seien nicht berücksichtigt worden. Präzisere Daten will die IFPI am 21. März präsentieren.

Die Verwirrung um die unterschiedlichen Angaben wurde zusätzlich dadurch befördert, dass in den Statistiken der verschiedenen Onlinehändler die Verkäufe von Albumdownloads unterschiedlich gewertet werden. Während ein Händler den Verkauf eines Albums als eine Einheit meldet, zählt er bei einem anderen mit all den auf dem Album vertretenen Titeln in die Einzelsongstatistik. Nach Angaben von media control wurden bei Musicload im letzten Jahr rund 25 Prozent mehr digitale Produkte (Einzeltracks, digitale Singles und Alben) gekauft als bei iTunes. Auch wenn Musicload mehr Verkaufstransaktionen verbuchen kann – den größeren Warenkorbwert verzeichnet laut MusikWoche-Recherchen indes iTunes. Der durchschnittliche Musicload-Kunde lässt acht Euro an der Kasse, bei iTunes sind es neun Euro.

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