Anlass für die Untersuchung war nach Angaben von Frank Vogel, Manager Market Research bei der Warner Music Germany Group, der „Jupiter Consumer Survey Report: Music 2002“. Bereits darin stellten die Marktforscher fest: „Artists are brands, labels are not.“ Dies gilt laut Untersuchung, für die die Plattenfirma in Zusammenarbeit mit dem Online-Marktforschungsinstitut Ciao 500 musikinteressierte Internetnutzer zwischen 14 und 39 Jahren befragte, auch für den deutschen Markt. 70 Prozent besuchten demnach bereits eine Künstlerseite, während nur 19 Prozent Online-Auftritte der Labels besuchten. Insgesamt informieren sich 87 Prozent aller Musikinteressierten und 96 Prozent der Intensivkäufer im weltweiten Netz über Musik, was die Relevanz des neuen Mediums für die Musikindustrie beweise. 40 Prozent steuern sofort eine bestimmte Künstlerseite an. Dabei konzentriert sich die Mehrheit auch bei der Suche nach Internetauftritten internationaler Künstler zunächst auf deutsche Adressen.
„Die Studie ist somit eine Bestätigung für unsere bisherige Onlinestrategie, in deren Mittelpunkt der Artist-bezogene Umgang und das Etablieren deutscher Sites für internationale Künstler stehen,“ erklärt Vogel. Unter anderem errichtete Warner Music die offiziellen deutschen Homepages für Linkin Park und die Red Hot Chili Peppers. Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer erfährt die Adressen durch die Hinweise auf den CDs. Da die Seiten zusätzliche Verkäufe generieren sollen, räumt Warner Music der Integration der Auftritte in alle Promotionaktivitäten einen hohen Stellenwert ein. Daher appelliert das Unternehmen an alle Medienpartner, die Kommunikation von deutschen Künstlerseiten konsequent umzusetzen.
Tim van Dyk, Head of New Media & Market Research, sieht in diesem Zusammenhang bei einigen Medien noch Aufklärungsbedarf: „Wenn TV-Sender wie MTV und Onlineportale auf internationale Sites hinweisen oder sie verlinken, laufen Aktionen wie Gewinnspiele auf unseren lokalen Foren natürlich ins Leere.“ Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Drei Viertel der Befragten haben großes Interesse an kostenlosen und immerhin 30 Prozent an kostenpflichtigen Downloads, wobei die Zahlungsbereitschaft mit dem Alter und der Kaufintensität steige.






