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Marktforscher rechnen erst 2010 mit Zuwächsen

Das europäische Musikgeschäft kommt erst 2010 wieder aus den roten Zahlen. Erst dann sei das weiter wachsende Downloadgeschäft in der Lage, Einbußen im physischen Markt aufzufangen, sagen die Marktforscher von Screen Digest voraus.

Das europäische Musikgeschäft kommt erst 2010 wieder aus den roten Zahlen. Erst dann sei das weiter wachsende Downloadgeschäft in der Lage, Einbußen im physischen Markt aufzufangen, sagen die britischen Marktforscher von Screen Digest in ihrem Report „Online Music in Europe: Market Assessment and Forecast“ voraus.

„Die Musikwirtschaft ist gezwungen, das Beste aus den neuen Vertriebsplattformen herauszuholen“, sagt Analyst Dan Cryan. „Mit der richtigen Strategie und unter Einbezug von Online- und Mobilgeschäft rechnen wir damit, dass die Krise bis 2010 überwunden sein sollte.“

Bis 2010 sollen die Einnahmen aus dem Onlinegeschäft – hier lässt Screen Digest den Mobilmarkt allerdings außen vor – von europaweit 121 Millionen Euro im Jahr 2005 über 280 Millionen Euro zum Ende des laufenden Jahres auf 1,1 Milliarden Euro angewachsen sein.

Als einen Wachstumsmotor im Digitalgeschäft nennt Screen Digest die wachsende Verbreitung digitaler Abspielgeräte: 2004 hätten erst zwei Prozent aller europäischen Bürger über solch ein Gerät verfügt, heute seien es bereits sieben Prozent. Die Zahl der benutzten Player würde von 29 Millionen am Jahresende 2005 auf mehr als 80 Millionen im Jahr 2010 wachsen.

Zum Vergleich: Die Marktforscher von Forrester hatten der Musikwirtschaft vor wenigen Monaten in einer sehr optimistischen Studie bis zum Jahr 2011 Umsätze von 3,9 Milliarden Euro mit Downloads und Mobilanwendungen vorausgesagt, lagen aber mit 279 Millionen Euro für das laufende Jahr etwa auf dem nun auch von Screen Digest angegebenen Niveau. Und die Analysten von Jupiter hatten zuletzt 1,6 Milliarden Euro digitale und rund zehn Milliarden Euro Gesamtumsätze für 2011 prognostiziert.

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