Es geht bei der Betrachtung der Marktanalyse des Prognose-Kreises weniger um den erschütternden Vergleich der Zahlen von verkauften CD-Alben und CD-Rs, die mit Musik bespielt werden. Dass die Anzahl der schwarz gebrannten Discs inzwischen längst die der regulär gekauften Alben überholt hat, war in musikwoche.de schon öfter nachzulesen. Interessant ist vielmehr, dass die GfK-Untersuchung aufzeigt, warum sich bestimmte Zielgruppen wie viel Musik umsonst beschaffen. Gleichzeitig ließ die Prognosegruppe nachforschen, was die „Downloader“ und „Brenner“ wieder zu Kunden machen könnte. Klarer Sieger war dabei der Kopierschutz. Ein Drittel der „Brenner“ würde aufhören zu kopieren, wenn alle CDs geschützt wären, und mehr als ein Drittel würde das Kopieren immerhin einschränken. Auch schreckt der Kopierschutz kaum jemand vom Kauf einer CD ab. Genauso wenig reizen attraktive Booklets und Verpackungen oder Added Values zum Kauf von Tonträgern. Das behaupteten jedoch diverse US-Marktforscher jahrelang – allerdings meist im Auftrag von NewMedia-Firmen. In Zeiten der Internethysterie hieß es auch oft, dass kostenlose Downloads als Lockvögel für CDs dienten. Die Zahlen der GfK stehen dazu im klaren Widerspruch. Dafür lassen die Daten erkennen, was die Musikbranche neben der Ausweitung der Kopierschutzaktiväten unternehmen muss, um die Brenneritis einzudämmen: den Kunden die technischen und logistischen Möglichkeiten zum „Cherry-picking“ geben. Wenn die deutliche Mehrheit der „Brenner“ Individualitätswünsche zur Begründung ihres Tuns anführt, sollte das der Branche ein deutliches Zeichen sein. Auch die Demoskopie der Brenner ist erwähnenswert: 71 Prozent sind Männer, 34 Prozent sind zwischen 20 und 39, 23 Prozent unter 19 und 21 Prozent zwischen 30 und 39 Jahre alt. Zusammen haben sie im ersten Halbjahr 2002 den CD-Absatz um fast 16 Prozent in den Keller gedrückt.
Marktanalyse des Prognose-Kreises im Bundesverband Phono (dritter Teil)
Als triftigste Gründe für ihre derzeitige Krise hat die Musikwirtschaft bereits vor Monaten die Problemfelder CD-Brennen und Downloads ausgemacht. Auch wenn Kritiker dies gerne anzweifeln: Die Zahlen der GfK belegen deutlich, wo der Schuh drückt.






