Die starken Umsatzrückgange der letzten Jahre scheinen zumindest im Klassikbereich überwunden, denn die Nachfrage nach klassischer Musik steigt wieder. Gerade der deutsche Klassikmarkt profitiert derzeit von leicht steigenden Tonträgerverkäufen sowie einem wachsenden Interesse an Veranstaltungen wie dem „Echo Klassik 2004“.
Wie musikwoche bereits Ende Oktober meldete, verzeichnet die IFPI in den ersten neun Monaten des Jahres ein Wachstum der Umsätze mit Klassiktonträgern von 2,3 Prozent. Zu den prominenten Bestsellern auf dem deutschen Klassikmarkt gehören derzeit u.a. Anna Netrebko, Martin Stadtfeld, Lang Lang und Thomas Quasthoff. Nun widmet sich auch die „Financial Times Deutschland“ in einem Artikel der Entwicklung des Klassiksegments. Naxos-Chef Wolfgang Ruso prophezeit darin für sein Unternehmen ein Wachstum von fünf Prozent. Michael Brüggemann, Director bei Sony Classical, äußert sich der FTD gegenüber vorsichtiger, ist aber ebenfalls optimistisch: „Unsere Marktforschung erwartet, dass, wenn das Weihnachtsgeschäft gut läuft, das Jahr mit einer schwarzen Null endet.“
Die Ursache der Trendwende im Klassikbereich sieht das Wirtschaftsblatt im effizienteren Marketing sowie einer Reduzierung der veröffentlichten Titel. Da die Anzahl der Veröffentlichungen heruntergefahren worden sei, könne jetzt für die auf dem Markt platzierten Titel ein höherer Werbetetat eingesetzt werden. Christian Kellersmann, Managing Director bei Universal Classics & Jazz erklärt, man habe nun auch im Klassikbereich das umgesetzt, „was im kommerziellen Kulturbereich üblich ist“. Und Michael Brüggemann ergänzt: „Wir machen viel aggressiveres und ausgefeilteres Marketing.“ Außerdem kommt dem Klassikmarkt zugute, dass die Marketingkosten insgesamt nicht so hoch sind wie im Popsegment und das Segment nicht so stark unter Raubkopien leidet.






