Als sich Gerhard Schröder nach seiner Wahl 1998 als „Medienkanzler“ inszenierte, kamen Peter Burtz, Geschäftsführer BME, und Stimmenimitator Elmar Brandt auf die Idee einer eigenen Radio-Show für den Regierungschef. „Inzwischen haben wir knapp 1000 Folgen produziert und 800.000 Tonträger verkauft“, fasst Autor und Produzent Burtz die Erfolgsbilanz zusammen. Am 2. Dezember erscheint mit „Der Kanzler sing(k)t“ das fünfte Album zur Serie, die 1999 mit dem Deutschen Comedy Preis in der Radio-Kategorie ausgezeichnet wurde. Es enthält neben dem „Steuersong“, der nach drei Tagen Goldstatus erreichte, „Gerd’s Gassenhauer“ aus vier Jahren Regierungszeit. Die Kampagne basiert neben „unplanbaren Kapriolen der Regierung selbst“ auf der „vollen Marketingpower im Radio“, so Burtz. Exklusiv-Kooperationen mit 14 Radiosendern, wo die „Gerd Show“ läuft, decken ganz Deutschland ab. Die Stationen, darunter Bayern 3, MDR Jump, NDR 2 und 104.6 RTL Berlin, erreichen täglich zehn Millionen Hörer. Weiterer Schwerpunkt ist seit einem Jahr eine ständige Kooperation mit „Bild“ und bild.de, wo die jeweils aktuelle Folge als Stream zur Verfügung steht und zusätzlicher kostenpflichtiger Content, wie das Versenden von „Geburtstagsgrüßen vom Kanzler“, angeboten wird.
Die größte Aufmerksamkeit verschaffte sich BME mit dem „Steuersong“, einer Adaption des Nummer-eins-Hits von Las Ketchup, selbst. Allein am Tag der Single-VÖ liefen nach Angaben von Burtz 22 TV-Berichte zum Thema sowohl in Boulevard- und Politmagazinen wie etwa dem „Report aus München“. „Mit diesem Projekt kriegt man jede Sendung“, so die Erfahrung von Burtz. Auch internationale Medien wie BBC oder die „Financial Times“ interessierten sich für den „Hitkanzler“. Neben weiteren Auftritten in „Menschen 2002“ oder der „Eins-Live-Krone“ ist „Der Kanzler sing(k)t“ im Dezember Sat.1-Hit-Tipp. Dafür zeichnet das WSM-Artist & Film-Team unter Leitung von Rita Flügge-Timm verantwortlich, das die Marketing-Aktivitäten von BME seit dem Wechsel von Sony tatkräftig unterstützt. Selbstredend griff auch der politische Gegner Schröders, der selbst „not amused“ über die Parodie sein soll, den Inhalt des Titels für seine Argumentation auf. Burtz stellt aber klar, dass die „Gerd Show“ nicht erfolgreich wäre, wenn sie für oder gegen eine bestimmte Partei eintreten würde: „Bei ‚Eddie und Gerd: Ein Kanzler und ein halber‚ wurden beide Seiten persifliert. Und bei einem schwarz-gelben Wahlsieg hätten wir die Reihe unter dem Namen ‚Ein Harter und ein Zarter‘ fortgesetzt.“
Die „Gerd Show“ sei vielmehr ein „Spiegel des Boulevards, nicht nur der Politik“, wo auch Promis wie Dieter Bohlen und Tagesaktuelles ihren Platz finden: „Die ‚Gerd Show‘ ist das Comedy-CNN.“ Für 2003 plant BME eine TV-Serie zur „Gerd Show“. Zudem kündigt Burtz eine „Guerilla-Aktion“ im Frühjahr an, die für ähnliches Aufsehen wie das freizügige „Peep“-Interview vor drei Jahren sorgen soll.






