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Marie von der Heydt warnt vor Kürzungen beim Musicboard

Das Musicboard Berlin hat seinen jüngsten Jahresbericht vorgelegt. Neben ausgewählten Zahlen transportiert die Bilanz auch einen Appell von Geschäftsführerin Marie van der Heydt, die angesichts drohender Sparmaßnahmen um die Vielfalt der Musikstadt Berlin fürchtet.

Trotz spürbarer Kürzungen im Landeshaushalt habe das Musicboard Berlin alle Förderprogramme und -strukturen erhalten können, schreibt Geschäftsführerin Marie von der Heydt in einem Beitrag zur Präsentation des „Jahresberichts 2025“ bei LinkedIn. Rund 1000 Anträge seien eingegangen, 2,1 Millionen Euro wurden vergeben: „Auch wenn weniger Projekte als in den Vorjahren unterstützt werden konnten, bleibt das Ziel klar: die Berliner Musikszene in all ihrer Vielfalt nachhaltig zu stärken – gerade jetzt“, betont von der Heydt. Für 2025 verweist sie auf Highlights wie mehr als 1000 Konzerte an fast 300 Orten in allen zwölf Bezirken mit 100.000 Gästen im Rahmen der Fête de la Musique oder auf das Pop-Kultur-Festival.

Berlin sei „einer der relevantesten Orte weltweit für Musik und Popkultur“, heißt es ergänzend beim Musicboard Berlin. Neben vielen Konzerten und herausragenden Venues sei der wichtigste Grund dafür „die besondere Vielfalt“ der Musikszene vor Ort: „Ihre Einzigartigkeit zieht seit Jahrzehnten Musiker:innen und Musikwirtschaft an. Sie zu bewahren, weiterzuentwickeln und zukunftsfest zu machen, ist seit mehr als zehn Jahren zentrale Aufgabe des Musicboards.“

Doch diese Vielfalt sei „kein Selbstläufer“, analysiert Marie von der Heydt im Vorwort zum Jahresbericht. Sie verweist auf sich verändernde Arbeitsbedingungen, die Marktkonzentration einerseits und den Druck auf unabhängige Strukturen, auf gestiegene Produktionskosten und Streaming-Erlöse, die „im Normalfall nicht ansatzweise zum Leben“ ausreichen würden: „Trotz steigender Branchenumsätze kommt das Geld bei den meisten Künstler:innen und ihren Teams aus der unabhängigen Musikbranche kaum an. Das ist die Realität, über die wir reden müssen, wenn wir über Berlins Musikszene reden.“

Eine „exzellente Musikszene“ brauche daher Förderung, betont die Musicboard-Geschäftsführerin. Die Unterstützung durch das Musicboard führe zu einer „künstlerischen und wirtschaftlichen Professionalisierung“ der Berliner Musikszene: 94 Prozent der Geförderten würden von einer gestiegenen künstlerischen Qualität ihrer Arbeit berichten, rund 32 Prozent der geförderten Stipendiat:innen hätten im Anschluss an diese Maßnahme zum Beispiel durch Abschluss eines Labelvertrags nächste Karriereschritte machen können.

Vor diesem Hintergrund warnt sie vor drohenden Auswirkungen von Haushaltskürzungen auf die Arbeit des Musicboards: „Was haushaltspolitisch nach ‚nur zehn Prozent’ klingt, hat konkrete Folgen“ schreibt sie: „Es trifft zuerst die freie Szene, kleine Venues, Nachwuchsprogramme, unabhängige Labels.“ Das aber seien genau jene Strukturen, die für Vielfalt stehen, die „Berlin als Musikstadt ausmachen und „für die wir international anerkannt und beneidet werden“. Ihr Appell: „Wenn wir Berlin als internationale Musikstadt ernst nehmen, dann müssen wir jetzt in ihre kreativen Strukturen investieren, statt zu kürzen.“