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Mangelndes Fingerspitzengefühl verunsichert Konsumenten: Fachverband Tonträger kritisiert Preisdiskussion

Als Vorsitzender des Fachverbands Tonträger im GDM nahm Michael Huchthausen das von Christa Mikulski zum Anlass für eine Stellungnahme zur derzeitigen Situation im Fachhandel.

“Nach Empfinden des Fachverbands Tonträger verdeutlicht die Aussage von Christa Mikuski die Konzeptionslosigkeit der deutschen Tonträgerindustrie: Eine Seite fordert einen Verkaufspreis von 50 Mark pro CD, die andere meint, dass schon 35 Mark zu teuer sind“, erklärt Huchthausen als Vorsitzender des Fachverbands im Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte. Mikulski hatte im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 22. Oktober angeführt, dass 35 Mark für eine neue CD zu viel seien.

„Es ist ärgerlich, solche Preisdikussionen in der Öffentlichkeit zu führen. Wenn den Konsumenten suggeriert wird, dass 28 oder 29 Mark als Verkaufspreis gerechtfertigt sind, schwächt das die Bereitschaft der Kunden, die wirtschaftlich notwendigen 35 Mark auszugeben.“ Die Preisdiskussion trage somit eher dazu bei, die momentane Krise zu verschärfen. „Der Verband empfindet diese Aussage so, als hätte Christa Mikulski dieses Gespräch in Unkenntnis der Marktlage in Bezug auf die Handelsabgabepreise oder mit mangelndem Fingerspitzengefühl gegeben.“

Da der Fachhandel nicht nur die zahlreichen Produkte in seinen Geschäften platziere, sondern auch ergänzende Serviceleistungen anbiete, sei diese Preisdiskussion nicht nachvollziehbar. „Wir stellen uns die Frage, ob den Herstellern nicht klar ist, dass der Wertverlust der Musik in der Vergangenheit schon groß genug war. Wenn es den Konsumenten möglich ist, sich jederzeit kostenlos mit Musik aus dem Internet zu versorgen, trägt dieser Zustand auf Dauer zu einem Werteverfall bei.“

Huchthausen ergänzt aber, dass Online-Tauschbörsen nicht allein für die Krise verantwortlich gemacht werden können und nennt Punkte wie die A&R-Qualitätsoffensive, die Gestaltung der Abgabepreise und den Kopierschutz für physische Tonträger sowie für digital distribuierte Musikstücke als Eckpfeiler der notwendigen Diskussion: „Wenn diese vier Säulen fest installiert wären, dann hätten wir eine solide Basis für einen Weg aus der momentanen Krise“, meint Huchthausen. Abschließend erklärt er: „Ich lade Vertreter der Hersteller gern ein, einmal vier Wochen lang im Fachhandel die Preisdiskussionen mit den Kunden zu führen.“