Recorded & Publishing

Manfred Schütz, Managing Director SPV

Statement im Originalwortlaut

“Die Aussagen finden meine hundertprozentige Zustimmung und Unterstützung. Ich bin dankbar dafür, dass Herr Stein endlich klare Worte gefunden hat an die Adresse der Bundesregierung und letztlich auch des Bundestags. Nach meinem Dafürhalten sollten wir jedoch nicht den Fehler machen, nun über die Förderung des Musiknachwuchses oder ein Exportbüro nachzudenken – dies sind definitiv Neben-Kriegsschauplätze -, sondern im Gegenteil den gesamten Fokus auf das legen, was bedauerlicherweise in den letzten Jahren von Seiten unseres Verbandes nicht die nötige Beachtung gefunden hat, nämlich: die Verletzung des Eigentumsrechts aller am Verwertungsprozess von Musik Beteiligten. Deutschland ist trauriger Marktführer in Europa, was den Umsatzeinbruch in der Tonträgerbranche anbelangt, es gibt kein Land, in dem mehr gebrannt und heruntergeladen wird als in Deutschland. Das heißt, Diebstahl ist zum Volkssport geworden, und Verband und Regierung haben viel zu lange zugesehen oder mit den falschen Argumenten gearbeitet. Deswegen können wir in dieser Situation nur eines tun, nämlich das Recht, unser Eigentum zu schützen, endlich vehement einfordern und die Gesetzgeber zwingen, die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit wir unseren Kampf erfolgreich führen können.

Ein weiterer Punkt ist die Verbindung mit der Filmwirtschaft. Die neueste Werbekampagne von Philips für den DVD-Brenner lässt die nächsten Horrorszenarien erscheinen. Da es keinen technischen Schutz gegen das Klonen unseres Wirtschaftsgutes gibt, muss unsere Stoßrichtung klar auf den dadurch entstehenden Steuerverlust hinauslaufen: Auf jeden CD- und DVD-Rohling wird eine Steuer von zehn Euro erhoben, und schon werden die Staatskassen gefüllt und der Tonträgermarkt ist wieder in der Lage, seinen kulturellen Auftrag zu erfüllen. In diesem Sinne müssen wir vehement darauf drängen, dass der Gesetzgeber seinen Verpflichtungen nachkommt und das Eigentum – in diesem Falle unseres – schützt oder sich dazu bekennt, dass wir in unserer Wirtschaft keine zwei Welten haben: eine, in der es geordnet zugeht, und eine, in der Anarchie herrscht. Wenn die zweite Welt unsere Zukunft sein sollte, na dann Prost Mahlzeit. In diesem Sinne kann ich Herrn Stein und seine Bemühungen nur unterstützen.“