Bei der britischen Niederlassung von Universal Classics & Jazz deuten alle Zeichen auf einen Top-Ten-Erfolg mit dem Album „Careless Love“ der Jazz-Sängerin Madeleine Peyroux, doch zum Feiern ist bei der Firma derzeit wohl kaum jemandem zu Mute. Eigentlich könnte das Label in den kommenden Wochen fast täglich Promotion- und Interviewtermine wahrnehmen, doch die Künstlerin ist seit Tagen nicht auffindbar. „Wir erwägen, einen Privatdetektiv einzuschalten, um herauszufinden, wo sie steckt“, sagte ein Unternehmenssprecher am Wochenende. Man werde überhäuft mit Presseanfragen, doch es scheint, als habe sich die Musikerin ohne bekanntes Ziel aus dem Staub gemacht.
Die 31-Jährige gilt seit Jahren als resistent gegen Ruhm und Glamour. Sie zog sich bereits nach ihrem Debütalbum von 1996 „Dreamland“ ins Privatleben zurück und verweigerte sieben Jahre lang Auftritte oder Medienpräsenz. Fans erkannten sie bisweilen, als sie in ihrer Wahlheimat Paris als Straßenmusikantin im Quartier Latin auftrat. Ob Peyroux sich nun wieder dort aufhält oder womöglich in ihr Geburtsland USA zurückgekehrt ist, wissen derzeit nur Eingeweihte. Ihr Manager erklärte lediglich, sie sei in Sicherheit und es gehe ihr gut.
Bei Universal wusste man wohl von der öffentlichkeitsscheuen Art der Künstlerin und verschonte Peyroux bisher vor zu vielen Promotionterminen. Doch jetzt, wo sich der Erfolg langsam aber sicher einstellt, würde die Firma eben gerne das Eisen schmieden, so lange es heiß ist.
„Careless Love“ hat in Großbritannien bereits rund 150.000 Exemplare verkauft, besonders bei Starbucks ist die CD der Renner. Und dank einer Kooperation mit dem Kosmetikhersteller Simple, der Peyrouxs Song „Don’t Cry Baby“ aktuell in einem Werbespot einsetzt, wächst ihre Popularität weiter.






