Bei der auch als „Super Bowl of AI“ bezeichneten Konferenz traten neben Lucian Grainge auch Manager von OpenAI, Amazon, Uber, PepsiCo, der Stanford University auf. Die Runde mit Kerris und Grainge hieß „Building The Future Of Music and AI“. Der Universal-Music-Chef verglich generative KI mit Technologien der Vergangenheit, wie etwa Drumcomputern und digitalen Musiktools, die ebenfalls für positive Disruption gesorgt hätten .
Grainge führte aus, dass dass KI durch Partnerschaften zum Vorteil von Kreativen eingesetzt werden könne. „Ich liebe Veränderungen. Ich liebe Umbrüche. Ich mag das in meinem Unternehmen“, zitiert „Billboard“ den Manager. „Genauso ist es mit Technologie. Wir haben immer alles getan, um uns weiterzuentwickeln. Genauso ist es mit Musik.“
Grainge erinnert sich: „Jedes Mal, wenn es Veränderungen gab, habe ich erlebt, wie die gesamte Kreativszene und manchmal auch die Investoren besorgt waren. Ich habe mir von ihnen all die negativen Aspekte digitaler Aufnahmen schildern lassen. Das mag heute seltsam klingen, aber es gab Bedenken in der Künstlergemeinschaft. Ich weiß, dass sich Menschen an neue Entwicklungen gewöhnen, auch wenn sie .zunächst verständlicherweise zurückhaltend sind, wenn sie nicht wissen, wie die Zukunft aussehen wird.“
Auch sei Grainge es gewohnt, mit Führungskräften umzugehen und Menschen davon zu überzeugen, wie die Zukunft aussehen könne. „Ich bin sehr geduldig. Wir arbeiten recht systematisch, und wenn es nicht über Nacht geht, stört mich das nicht, denn wenn das Produkt stimmt, ist der Erfolg unausweichlich. Universal Music war also auch früh dabei, was nutzergenerierte Inhalte (UGC) angeht. Ich sehe vieles von dem, was wir mit UGC entwickelt haben, in KI wieder, und deshalb bin ich so optimistisch, was KI betrifft – in Bezug auf ihre Beziehung zur Musik, den Song, dem künstlerischen Ausdruck und wie sie genutzt, genossen und bedient werden kann, und auch, wie sie monetarisiert werden kann.“
Er betonte aber laut „Billboard“ auch: „Solange Künstler respektiert werden, solange es klare Grenzen gibt und sie stilistisch und kreativ nicht völlig ausgenutzt werden, werden wir in der nächsten Zeit das volle Potenzial der KI erkennen. Wir arbeiten an Partnerprodukten im Bereich KI, über die wir in den nächsten drei, fünf, zehn Jahren sprechen werden, und die werden enorm leistungsfähig sein. Das ist das Spannende daran, und für mich ist das die unausweichliche Entwicklung von KI in der Musik.“
Für Grainge haben Artists dabei das Recht, dass ihre Stimmen und Texte ihre Werke bleiben. „Zum Beispiel sollte Taylor Swifts Stimme nicht für die Musik anderer verwendet werden sollte. Ich kann nicht zulassen, dass das Werk eines Künstlers so imitiert wird, dass es ihn zutiefst beleidigt. Es ist meine Aufgabe, genau das zu verhindern.“




