Recorded & Publishing

Lizenzverhandlungen in den USA gescheitert

Der seit Jahren andauernde Tantiemenstreit zwischen US-Verlegern und Onlinediensten ist verfahrener denn je. Mitte August ließen der Verlegerverband NMPA und die Digital Media Association ihre Verhandlungen platzen. Nun droht ein Schlichtungsverfahren, während die Urheber weiter auf ihr Geld warten.

Der seit Jahren andauernde Tantiemenstreit zwischen US-Verlegern und Onlinediensten ist verfahrener denn je. Am 16. August ließen der Verlegerverband NMPA (National Music Publishers‘ Association) und die Digital Media Association (DiMA) ihre Verhandlungen platzen. Nun droht ein Schlichtungsverfahren vor dem US-Kongress, während die Autoren und Komponisten weiter auf ihr Geld warten.

Die NMPA fordert von Abo- oder Radio-Anbietern wie Napster, Rhapsody oder Yahoo! 14 Prozent der Bruttoumsätze, doch die DiMA will maximal 6,9 Prozent bezahlen. Die betroffenen Onlinedienste können zwar weiterhin legal arbeiten, doch sie müssen Tantiemen auf ein Sperrkonto entrichten, bis sie sich mit den Verlegern auf einen für beide Seiten akzeptablen Vergütungssatz geeinigt haben.

Da Dienste wie z.B. Yahoo! eine große Bandbreite an Musikangeboten – von Onlineradio über Subskriptionsdienste bis hin zu Downloads – vereinen, strebt die NMPA eine pauschale Mantellizenz an, die die unterschiedlichen Nutzungsformen abdeckt. Nicht betroffen sind davon indes Onlinehändler, die ausschließlich Songs und Alben zum permanenten Download anbieten.

Die DiMA sieht jedoch ein Problem im Ansatz der Verleger: Für Downloadverkäufe fallen in den USA 8,5 Cents pro Song für die Harry Fox Agency an, reine Streamingdienste zahlen rund 5,25 Prozent ihrer Umsätze an die Verwertungsgesellschaften. Daher seien die Forderungen der NMPA, die doppelt und dreifach über den seit Jahren geltenden Tarifen liegen, nicht zu rechtfertigen, erklärte der DiMA-Vorsitzende Jonathan Potter.

Doch David Israelite, President & CEO der NMPA, kontert: „Wir sind nicht daran interessiert, jemand das Geschäft zu verderben. Wir wollen nur, dass die Urheber vernünftig bezahlt werden.“ Die jetzige Situation sei doch für beide Seiten unbefriedigend: Die Kreativen bekämen keine Tantiemen, und die Musikanbieter könnten nicht vernünftig planen, weil sie nicht wissen, welche Beträge sie für Lizenzen zur Seite legen müssen.

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