Die Börsenpläne der Warner Music Group (WMG) haben eine der erfolgreichsten Bands des Unternehmens verärgert. Linkin Park hält das Management des Majors für gierig und will aus dem Vertrag entlassen werden. Die neuen Besitzer der WMG würden sich mit dem geplanten Börsengang bereichern, während die Künstler von den IPO-Millionen nichts abbekämen. Besonders ungehalten ist die Band über die Tatsache, dass von den bis zu 782 Mio. Dollar, die durch den Aktienverkauf in die Kassen gespült werden könnten, nur sieben Mio. ins laufende Geschäft fließen sollen.
Linkin Park ist zudem „zunehmend besorgt“, dass der Abbau von Arbeitsplätzen bei der WMG dazu geführt hat, dass das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, seiner Aufgabe als Vermarkter gerecht zu werden. Aus diesen Gründen strebe man nun eine Trennung von der Plattenfirma an, ließen die Band und ihre Managementfirma The Firm wissen. Die Bandmitglieder seien „dankbar für die Unterstützung der Fans“ und fühlten sich „verantwortlich“ ihren Fans „großartige Musik zu liefern“.
Die Musiker und ihre Manager sind davon überzeugt, dass der Abschied von Linkin Park massive wirtschaftliche Einbußen für die WMG nach sich ziehen würde. Die mehr als 35 Mio. Platten, die die Band in den letzten fünf Jahren weltweit verkauft habe, entsprächen nämlich rund zehn Prozent der gesamten Tonträgerverkäufe der WMG, allein das letzte Album „Meteora“ habe weltweit über zehn Mio. Einheiten verkauft. Auch wenn die öffentliche Kritik stichhaltig wirkt: Beobachter vermuten dahinter lediglich eine Verhandlungstaktik. The Firm wolle für ihre Klienten bessere Konditionen heraushandeln, heißt es.
Angeblich will The Firm für den noch über vier Alben gültigen Vertrag einen Vorschuss in Höhe von 60 Mio. Dollar haben, zudem sind dem Vernehmen nach 50 Prozent Gewinnanteil im Gespräch. Das 60-Mio.-Gerücht wies The Firm inzwischen zurück und gab zu, dass Warner einen Vorschuss von 15 Mio. Dollar angeboten hatte. Bei Warner wollte man sich zu den Ereignissen nicht äußern, ein Sprecher verwies allerdings darauf, dass die Verkäufe von Linkin Park gemessen an den SoundScan-Zahlen nur drei Prozent des WMG-Absatzes in den vergangenen fünf Jahren ausmachten.






