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Linkin Park will beim Warner-IPO nicht aufspielen

Die Band Linkin Park hat ihre Vorwürfe gegen die Warner Music Group erneuert und wehrt sich damit gegen die Darstellung der Plattenfirma, die der Band Geldgier unterstellt. Linkin Park strebt nun eine Vertragsauflösung an. Aus Opposition zu den Börsenplänen der Firma schlug die Band auch eine Einladung zur IPO-Party aus.

Die Band Linkin Park hat ihre Vorwürfe gegen die Warner Music Group (WMG) erneuert und wehrt sich damit gegen die Darstellung der Plattenfirma, die der Band Geldgier unterstellt. Linkin Park versucht nun, aus ihrem Vertrag mit der WMG herauszukommen, der eigentlich noch für vier weitere Alben gilt. Aus Opposition zu den Börsenplänen der Firma schlug die Band auch eine Einladung zur IPO-Party aus. Beim Börsengang in dieser Woche hätte Linkin Park vor Investoren an der New Yorker Börse ein Konzert geben sollen, doch dieser Vorschlag stieß bei den Bandmitgliedern auf Unverständnis. „Das veranschaulicht, wie wenig die Eigentümer der WMG unsere Band verstehen“, erklärte Gitarrist Brad Delson gegenüber der „New York Times“.

Vor einer Woche hatte die Band öffentlich ihren Ärger über die WMG kundgetan: Das Management würde sich beim Börsengang bereichern, während die Künstler von den IPO-Millionen nichts abbekämen. Besonders ungehalten war man über die Tatsache, dass von den bis zu 782 Mio. Dollar, die durch den Aktienverkauf in die Kassen gespült werden könnten, nur sieben Mio. ins laufende Geschäft fließen sollen. Zudem habe der Abbau von Arbeitsplätzen dazu geführt, dass das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, seiner Aufgabe als Vermarkter gerecht zu werden. „Das ergibt für uns überhaupt keinen Sinn. Ich weiß nicht, was sie sich dabei gedacht haben.“

Die WMG ließ indes mit einer Stellungnahme wissen, dass die Ausführungen von Linkin Park im Widerspruch zu den Forderungen ihrer Managementfirma The Firm stünden. Die „unverschämt hohen Geldforderungen“ seien zudem begleitet worden von „Drohungen, das Unternehmen öffentlich zu verunglimpfen“. Ein ungenannter WMG-Mitarbeiter nannte die Verhandlungstaktik von The Firm sogar „Erpressung“. Doch diesem Eindruck wiedersetzt sich Linkin Park vehement: Es gehe der Band nicht um Geld, sondern ums Prinzip, sagte Delson. Es gebe auch gar keine Verhandlungen mehr mit Warner: „Diesen Punkt haben wir leider längst überschritten.“ Die WMG wolle Linkin Park nun als „habgierige Stars hinstellen, während die Investoren ihr Geld aus dem Unternehmen ziehen und sich die eigenen Taschen füllen“.

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