Beim Streit um die bürokratischen Probleme bei der Organisation des Live-8-Konzerts in Berlin bekräftigt Marek Lieberberg, dass dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse entgegen seines gestrigen Dementi sehr wohl eine Anfrage der Marek Lieberberg Konzertagentur vorlag.
Das Büro von Thierse hatte abstreiten lassen, dass dort für die Veranstaltung am 2. Juli eine Anfrage vorgelegen habe. Lieberberg erklärt nun: „In Wahrheit lagen dem Büro Thierse natürlich die Anfragen vor.“ So hatte Lieberberg ursprünglich Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, um Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Austragungsort gebeten. Am 12. Mai informierte Wieczorek-Zeuls Staatssekretär Erich Stather die Konzertagentur darüber, dass er mit dem Büro Thierse gesprochen habe, die sich jedoch wegen der Rasensprenkleranlage auf dem angefragten Gelände vor dem Reichstag Sorgen machten. Auf die von dem Konzertveranstalter angebotene Schutzmaßnahmen kündigte das Büro Thierse laut Stather eine Entscheidung des Bundestagspräsidenten für den 17. Mai an. Diese blieb jedoch aus.
Am 18. Mai rief wiederum Stather bei Lieberberg an. Das Reichstagsgelände stünde unter anderem wegen der Sitzungswoche des Bundestages, aber auch wegen der Sprenkleranlagen nicht zur Verfügung. Und auch der örtliche Kooperationspartner von Lieberberg, Semmel Concerts, hatte sich an das Büro Thierse gewandt, nachdem das Berliner Tiefbauamt den Veranstalter ebenfalls an den zuständigen Bundestagspräsidenten verwiesen hatte. Dagegen hält das Büro Thierse an seiner Darstellung fest, derzufolge es „zu keinem Zeitpunkt“ eine Anfrage von Lieberberg gegeben hätte.






