Es gebe keine Schamgrenze mehr bei Gagenforderungen und den daraus resultierenden Ticketpreisen, wetterte Veranstalter Marek Lieberberg in einem Interview. Darunter litte die ganze Live-Branche, sagte Lieberberg dem Magazin „Spiegel“.
Weil die internationalen Top-Stars dazu übergegangen seien, ihre Tourneen selbst zu vermarkten, blieben für die nationalen Veranstalter am Ende nur bescheidene Summen übrig. So erhielt Lieberberg für die beiden deutschen Madonna-Shows, die er veranstaltet hatte, lediglich 50.000 Dollar. Sein Unternehmen erziele knapp 100 Millionen Euro Umsatz, aber nur rund sieben Millionen Euro Gewinn. „Das ist konstant, aber für manche nicht sexy“, kommentiert Lieberberg.
„Die meisten Künstler werden immer gieriger“, erläuterte der MLK-Chef. So hätten die Künstler, die dieses Jahr beim Doppel-Festival Rock am Ring/im Park auftraten, insgesamt 4,1 Millionen Euro erhalten – vor drei Jahren lag diese Summer noch bei der Hälfte. Eine renommierte deutsche Band könne 50.000 bis 100.000 Euro für einen Festivalauftritt fordern, internationale Stars 250.000 Euro und die Headliner gar eine Million, schreibt der „Spiegel“.
Zudem kritisierte Lieberberg die Kontroll- und Regelwut der Top-Stars und ihrer Agenten, die außer Rand und Band geraten sei. „Da ist sogar die bulgarische Staatsbürokratie noch flexibel dagegen.“






