Die indische Musikindustrie setzt auf eine spitz gebündelte Interessenvertretung. Mit dem ehemaligen Universal-Chef Vijay Lazarus übernimmt ein Branchenveteran in Personalunion den Vorsitz des Tonträgerverbands IMI (Indian Music Industry) und bei der Urheberrechtsgesellschaft PPL (Phonographic Performance Limited).
Gebeutelt von jahrelanger Piraterie musste die indische Branche in den letzten Jahren herbe Umsatzverluste hinnehmen. Doch die Anstrengungen der IMI hätten erste Früchte getragen, so Lazarus, der der indischen Musikwirtschaft eine Wachstumsperiode prophezeit. „In den USA trägt die Musikindustrie rund fünf Prozent zum jährlichen Brutto-Inlandsprodukt bei. Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht nur besser als die Branche in Amerika sein können, sondern dass wir auch einen maßgeblichen Beitrag zum Wachstum in unserem Land leisten können“, erklärte Lazarus anlässlich seiner Berufung.
Beim Stückzahlenabsatz liegt Indien im internationalen Vergleich in den Top Ten, jedoch halten die erzielten Umsätze aufgrund des niedrigen Preisniveaus nicht mit den Topmärkten mit. Im ersten Halbjahr verkaufte die indische Branche 68,5 Mio. Einheiten – mehr als Frankreich, Russland, China oder Kanada. Die Umsätze lagen mit umgerechnet 63,7 Mio. Euro unter dem Niveau von Ländern wie Österreich, Belgien, Mexiko, Türkei oder Südafrika.






