Der Gesamtmarkt in den USA musste im Jahr 2005 zwar deutliche Einbußen verkraften, doch ein Geschäftsbereich im nordamerikanischen Musikgeschäft bleibt ein Wachstumsgarant: Tonträger aus dem Latin-Genre sorgten im Handel für zweistellige Umsatz- und Absatzzuwächse. Insgesamt lieferten die in der RIAA organisierten Latin-Labels Univision Music, Universal Music Latino, Warner Music Latina, Sony BMG und EMI Televisa Music 55,6 Mio. Einheiten aller Formate an den Handel aus – ein Stückzahlenplus von 14 Prozent im Vergleich zu 2004.
Der CD-Absatz wuchs um 13 Prozent, der von DVDs sogar um 34 Prozent. Diese Auslieferungen hatten einen VK-Wert von 753,7 Mio. Dollar – ein Anstieg um 16 Prozent gemessen an den Umsätzen aus dem Jahr 2004. Damit hat das Latin-Geschäft einen Anteil von gut sechs Prozent am gesamten US-Markt. Der Handelsabgabewert der Ware belief sich dabei auf 463,8 Mio. Dollar.
Als Latin Music gelten in der RIAA-Statistik alle Veröffentlichungen, die zu mindestens 51 Prozent spanischsprachig sind. Den Löwenanteil mit 48 Prozent hat dabei weiterhin das traditionelle mexikanische Tejano-Genre, Pop und Rock erreichen 39 Prozent des Marktes, neun Prozent gehen auf das Konto von Tropical Music. Triebfeder für den seit Jahren gegen den allgemeinen Trend wachsenden Latin-Sektor war diesmal das Subgenre Reggaetón.
Dieser Musikstil erwies sich als so schlagkräftig, dass die RIAA im vierten Quartal sogar eine Urban-Rubrik in ihrer Latin-Statistik einführte. Zwischen Oktober und Neujahr sorgte dieser Bereich bereits für 14 Prozent der Verkäufe.





