Recorded & Publishing

Label Commission Berlin: Gewinn verzehnfacht

Im Rahmen des ersten Branchentreffens der Label Commission Berlin stellte Corinne Micaelli, Direktorin des französischen Exportbüros in der Haupstadt, die Arbeit des Netzwerks vor.

Der rote Salon der Berliner Freien Volksbühne war gut besucht, zahlreiche Mitarbeiter von Indie-Labels waren erschienen und wollten am Beispiel Frankreichs lernen, wie ein deutsches Pendant aussehen könnte. Um den erstaunlichen Erfolg des französischen Export Büros zu belegen, reichte Micaelli ein einziger Vergleich: In acht Jahren, von 1993 bis 2001, konnten die Tonträgerverkäufe im Ausland von vier Millionen auf knapp vierzig Millionen gesteigert werden. Inzwischen verfügt das Büro über acht Zweigstellen außerhalb Frankreichs, die im Jahr 2002 ein Budget von 2,38 Millionen Euro ausgegeben haben. Angeboten werden konkrete Hilfen wie etwa Reisen für Mitarbeiter französischer Plattenfirmen, um neue Märkte kennen zu lernen. Ferner koordiniert das Büro die französische Präsenz auf den großen Musikmessen.

Eine weitere Aufgabe ist die Promotion für Künstler durch eine spezielle Website sowie der Newsletter „News From France“. Auch werden Zuschüsse für Promo-Kampagnen und für Musikvideos gewährt. Musiker, die bei französischen Firmen unter Vertrag sind, können zudem finanzielle Hilfe für Tourneen ins Ausland bekommen. Im Jahr 2002 nahmen Acts wie Kid Loco, Lokua Kanza, Noir Desir und Yann Tiersen diesen Tour Support in Anspruch. Die Aktivitäten des Büros sollen die Arbeit von französischen Plattenfirmen, Verlegern, Konzertveranstaltern, Managern, Künstlern, internationalen französischen Medien unterstützen und vernetzen. Dazu stellen die Dependencen Kontakte zwischen französischen und internationalen Key Playern her.

Das Berliner Büro im Maison de France am Ku’damm hat vier Mitarbeiter, die auf Anfrage auch Handbücher mit Adressen französischer Musikschaffender verschicken. Zudem versenden sie einen E-Mail-Newsletter, der Interessierte über die Entwicklungen des Marktes, Neuerscheinungen und Tourneen auf dem Laufenden hält. Die Labels-Kommission Berlin wurde Ende 2002 vom VUT – Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT) gegründet und soll den Informationsaustausch zwischen kleinen und mittleren Labels einer Stadt vereinfachen. Die Etablierung ähnlicher Regionalgruppen ist laut VUT-Präsident Peter James in den nächsten Monaten auch in weiteren deutschen Großstädten geplant.