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Kunden der FTPWelt müssen mit Klagen rechnen

Die Staatsanwaltschaft will Tausende Strafverfahren gegen Nutzer der vor wenigen Wochen stillgelegten Warez-Gruppe FTPWelt eröffnen. Unklar ist noch, wie viele Kunden des Netzwerks tatsächlich vor Gericht zitiert werden.

Die Staatsanwaltschaft will Tausende Strafverfahren gegen die Kunden der vor wenigen Wochen stillgelegten Warez-Gruppe FTPWelt.com eröffnen. Bei rund 15.900 Abnehmern von illegal in Umlauf gebrachten Filmen, Musikstücken und Games liege nach Auswertung der beschlagnahmten Datenbank ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor, erklärte Staatsanwalt Thomas Köhler gegenüber „heise online“. Unklar ist derzeit noch, wie viele Kunden des Piratennetzwerks tatsächlich vor Gericht zitiert werden.

Laut Strafprozessordnung müsse die Staatsanwaltschaft Mühlhausen jedoch alle Fälle, bei denen ein „hinreichender Anfangsverdacht“ bestehe, an die zuständigen örtlichen Staatsanwaltschaften weiterleiten, so Köhler. Dies bedeute indes nicht zwangsläufig, dass alle Kunden von FTPWelt mit einer Klage zu rechnen haben.

Bis zur Eröffnung des Verfahrens gegen die drei Hauptverdächtigen werden nach Auskunft von Köhler noch einige Monate ins Land gehen. Die Auswertung der Daten, die das Landeskriminalamt Thüringen auf den bei FTPWelt beschlagnahmten Computern gefunden hat, nehme noch einige Zeit in Anspruch. Man müsse u. a. E-Mail-Archive mit Gigabyte-Umfängen überprüfen. Ein Teil der „digitalen Beute“ konnte jedoch bereits sichergestellt werden: Die Staatsanwaltschaft fand bei den drei Hauptverdächtigen etwa 800.000 Euro, wovon sich 380.000 Euro eindeutig dem Betrieb von FTPWelt zuordnen ließen.

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